Das Wirtshausleben in Italien
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deren eine jede Zeit bedarf. Für sie hat auch die müde Frage nach dem Ende des Jahrhunderts keinen Sinn, am allerwenigsten aber kommen sie sich vor wie Statisten am Sterbelager eines Jahrhundert; das überlassen sie gern den kranken Dichtern. Unser politisches und wirtschaftliches Leben, das seit dreißig Jahren so manchen Beweis seiner Kraft gegeben hat, ist also nicht mehr von den Dichtern begleitet, weil diese nicht mehr Schritt halten konnten, dafür aber von einer sich kraftig entwickelnden, innerlich gesunden populären Schriftstellerei, deren Arbeit weiter geht, unbekümmert um die Jahreseinschnitte des Kalenders. Sie kann darum auch im neuen Jahrhundert sich gleich bleiben und dieselbe Bedeutung für die Zeit haben wie im alten.
Das Wirtshausleben in Italien
von h. L. (Schluß)
nter den zahllosen Fischarten ist die Seezunge (skos'lm) besonders hervorzuheben. Weniger befriedigen die sehr beliebten triZlis, die unsern, an der Ostsee durchaus mißachteten Rotaugen entsprechen. Die eigentlich nationale Zubereitungsweise des Fisches ist das Sieden in Öl. In den öffentlichen Garküchen an den Straßen oder auf Volksfesten, wie in der Johcmnisnacht vor der Lateranskirche in Rom, oder beim Schweinefest in Grottaferrata, kann man sich reichlich davon überzeugen. Ist das Öl rein und die Herstellung sauber, so schmeckt das Erzeugnis ausgezeichnet; leider treffen diese beiden Voraussetzungen gerade bei jenen für die niedrigen Volkskreise berechneten Garküchen häufig nicht zu, und die dabei sich entwickelnden Düfte haben es wohl bewirkt, daß sich in weiten Kreisen unsrer deutschen Hausfrauen ein starker Widerwille gegen das Kochen in Öl festgesetzt hat. Bekanntlich haben aber die besten Pariser Köche nur ein mitleidiges Lächeln, wenn man ihnen von diesem Widerwillen erzählt; und es dürfte sicherlich keine deutsche Dame von seinem Geschmack geben, die nicht in, einer guten Trattorie von der Grundlosigkeit ihrer Abneigung „gegen das Öl überzeugt worden wäre. Hat man erst erfahren, was gutes Öl beim Kochen bedeutet, dann kehrt man nach der Heimfahrt nur betrübten Herzens zur Butter zurück. Läßt mau,, sich den Fisch in Wasser kochen, so nimmt man auf der Tafel selbst frisches Öl und frische Citronen hinzu, eine Zusammenstellung, die man in Deutschland recht wohl nachahmen könnte; Zander z. B. schmeckt in dieser Form ausgezeichnet.
Den Hummer vertritt sein größerer Vetter, die inAULtg.. Kundige wollen behaupten, daß das Fleisch beim Hummer feiner sei. Ich habe mich diesem Urteil niemals recht anschließen können, da ich ragnsta stets mit besonderm Wohlbehagen verspeist habe, zumal wenn sie mit einer so vortrefflichen, schweren