Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Das verstand der Frieder nicht recht, und: da saß wieder der alte Ölgotz und wußte nicht, ob er gehen vder sitzen bleiben sollte.
Aber bald genug erhob sich in der Madlene die urwüchsige Kraft, uud sie flüsterte dem Frieder zu: Verzeih mirs Gott! Dauu lag sie ihm iu deu Armeu,
Vom ewige» Leben war aber hernach nicht die Rede. Vor Weihnachten noch ist die Hochzig, Madlene! — Das war Frieders letztes Wort.
Und wie sie nach dem Sturm nur noch mit Küssen geantwortet hatte, so auch jetzt.
(Fortsetzung folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Die Eiseubahu- und Polizeiquereleu in Prenßen. Im preußischen Landtage sind kürzlich die bekannten Klagen über die Staatseisenbahu- und Polizeiverwaltung erörtert worden. Iu der Eisenbahnfrage verdienen vor allem die Erklärungen des Ministers der öffentlichen Arbeiten im Herrenhause Beachtung. Der Berichterstatter über die Denkschrift wegen der Betriebssicherheit usw. auf den Staatseisenbahnen hatte namens der Eisenbahnkommission des Hauses — uud zwar in Übereinstimmung mit den Resolutionen der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses — die Überzeugung ausgesprochen, daß die Staatseisenbahnverwaltung und namentlich ihre Leiter keine Schuld au der Häufnug der Unfälle im vorigen Sommer treffe. Mit erfreulicher Offenheit bezeichnete darauf der Minister eine Reihe von Verbesserungen und Neueinrichtungen im Interesse erhöhter Betriebssicherheit als notwendig, deren bisherige Unterlassung dnrch die unbestreitbare Wahrheit, daß solche Arbeiten nicht „rasch" ausgeführt werden könnten, doch nur zum Teil entschuldigt wird. Die Erklärungen des Ministers lassen darüber keinen Zweifel, daß in der Eiseubahnverwaltung seit Jahren die Erkenntnis von der Notwendigkeit eines ganz bedeutenden Aufwandes im Interesse der Betriebssicherheit vorhanden gewesen sein muß, und daß auch der gute Wille, dieseu Aufwand zu machen, nicht gefehlt haben kann, daß vielniehr Einflüsse, die außerhalb der Eisenbahnverwaltung lagen, für das Hinausschieben der notwendigen Verbesserungen maßgebend gewesen sind.") Die Eisenbahnen haben im letzten Jahrzehnt so große
*) Man macht nuch die Anstellung von Militnramvärter» im Eisenbnhndienst für manche Vorkommnisse verantwortlich. Sie mag mit manchen Unbequemlichkeiten für die Betriebsleitung und Unzuträglichkeitcn für den Dienst' selbst verbunden sein, aber erstens müssen diese Leute doch nun einmal untergebracht werden, und zweitens kann sie kaum ein andrer Verwaltuugs- zwcig — die Polizei vielleicht ausgenommen — so gut verdauen wie die Eisenbahnverwaltnng. Gerade für den Eisenbnhndienst bringen diese im Anfang des besten Manncsnltcrs stehenden Leute doch sehr schätzenswerte Fähigkeiten mit, vor nilein die Gewöhnung an körperliche Strapazen und die scharfe Disziplin/ Daß sie für den neuen Dienst noch lernen müssen, ist selbstverständlich, und dafür könnte noch besser gesorgt werden. Aber auch dabei handelt cS sich wieder nm den Kostenpunkt, und dein Institut der Militäramvttrter an sich ist kein Vorwurf daraus zu machen, wenn unverständige Sparsamkeit die Leute zn früh zu Dienstleistungen heranzieht, die sie noch nicht begriffen haben. Die Mehrzahl der die Betriebssicherheit störenden Verfehlungen der Unterbenmten scheint nicht auS einem Mangel nu technischen Kenntnissen her-