Madlene
Erzählung aus dem oberfränkischen Volksleben von I. H. Löffler
(Fortsetzung»
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Alts einer Burg ein Fräulein saß
Vor runden Fensterscheiben,
„Ob er wohl meiner ganz vergaß,
Daß er so lang mag bleiben
Im fernen Land?" —
Und in den Sand
Rann manches heiße Zährlein
Viel lange, bange Jährlein,
So saug der Große hinter seinem Webstuhl, und der Knter auf dem warme» Südgeltendeckel antwortete also:
Madlene, die gute, Hat sonst auch geweint! In fröhlichem Mute Ihr Äuglein jetzt scheint.
Der Große hatte eineu zerrissenen Faden zu knüpfen gehabt; er sang weiter:
Ein Ritter ritt zur Burg empor Alls staubbedecktem Rosse, Schlug ungeduldig an das Thor; Es scharrt'' sein Knmpfgenofse,
„Laßt ab, laßt ab-
Sie ruht im Grab!" So reit ich in die Weite Zu neuem Kampf und Streite!
Klipp, klappklapp. Da riß wieder ein Faden, Und der Kater schnurrte:
Der Frieder ist kommen Und hat sie geküßt, Ein besseres Frommen Ich nimmer müßt.
In fröhlichem Mut schienen Madlenens Äuglein, Im Müsershaus wars iu allen Winkeln hell und freundlich geworden. Und der Hausgeist warf auf dem oberste» Boden seine Zipfelmütze in die Höh Vor Freude und lachte zum Bodeuloch hinaus, daß ihn die Spatzen auf dem Dach perwundert ansahen.