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Eine Frauenfrage
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Reichsländische Zeitfragen

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Vernachlässigte Pflicht der Hausfrauen hervorgehoben, in ihren Mägden Haus­frauen zu erziehen. Es erschien mir diese Pflicht so recht als eine Pflicht der Einzelnen, eine moralische Pflicht, die dem Einzelnen durch keine Gesamtheit abgenommen werden kann, und deren Vernachlässigung für den Einzelnen immer ein moralischer Vorwurf ist und unter keinen Umständen durch den billigen Hinweis auf dieveränderten Verhältnisse" entschuldigt werden darf. Diesoziale Bewegung" des letzten Jahrzehnts, auf die man so stolz ist, und diesoziale Gesinnung," deren sich dieethischen" Volkswirte der Mode so gern rühmen, hat für die bessere Erfüllung der Pflicht der Einzelnen auch auf diesem Gebiet nichts gethan, nichts thun wollen. Die moralische Seite des sozialen Lebens ist diesenEthikern" eine völlig unbekannte Größe, wenn nicht ein Gegenstand des Hasses, des Hohns, der Bekämpfung. Die Stellung der Sozialdemokratie zur Dienstbotenfrage ist das sprechendste Beispiel. Umso mehr schien es mir am Platze, wieder einmal an die Dienstboten und an die Erzieherpflicht ihnen gegenüber zu erinnern. Wem die lappische Koketterie mit demFräulein Dr." nicht mehr imponirt, der wird vielleicht an dieser ernsten Frauenfrage wieder etwas Interesse nehmen. /?

Reichsländische Zeitfragen

von Emil Kühn 3. Ein neuer Minister uud die Folgen seiner Ernennung

er am Schluß meiner letzten Erörterung erwähnte Landesaus- schußabgeordnete Dr. Petri ist seitdem zum Unterstaatssekretär ernannt und an die Spitze der Ministerialabteilung für Justiz und Kultus gestellt worden. Von dieser Abteilung ressortirt einesteils die ganze Justizverwaltung mit dem umfänglichsten Vorschlag zur Stellenbesetzung, andernteils die Staatsaufsicht über die Religions­gesellschaften, die nach der bei uns geltenden Gesetzgebung sehr tief eingreift. Da die Untcrstaatssekretäre thatsächlich, wenn auch nicht staatsrechtlich, so gut wie Minister sind, so ist die Ernennung eine sehr wichtige Maßregel und fordert zur Besprechung auf. Vorausschicken möchte ich, daß ich mich an und für sich über die Ernennung eines Eingebornen freuen würde, aber ich ver­mag mich nicht zu überzeugen, daß diese bestimmte Ernennung im deutschen Interesse liegt.