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Zur Weihnachtszeit : Erzählung. Übersetzt von Mathilde Mann
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Maßgebliches und Unmaßgebliche-

ich habe eine kurze Bettunterhaltung ganz gern, aber er sagte nichts, er war den ganzen Abend schweigsam gewesen. Nun denn, gute Nacht, Rask, sagte ich, auf eine erfolgreiche Jagd morgen! Danke, sagte er, übrigens Gott mag wissen, wie erfolgreich sie wird! Was soll das heißen? Ach, eigentlich nichts, aber ich glaube nun einmal nicht, daß ich Glück auf der Welt habe! Natürlich habeu Sie Glück! Sie sollen sehen, Sie bekommen einen Auerhahn auf deu ersten Schuß. Es entstand eine längere Pause, dann entfuhr ihm plötzlich die Frage: Wie gefällt Ihnen der schwedische Baron? Sehr gut, antwortete ich. Wirklich! Ich kann ihn nicht ausstehen! Nach diesem Stoßseufzer sagten nur einander Gute Nacht, und ich entschlummerte sanft.

(Schluß folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Berliner Kaufleute uud Seemacht. Weder die dein Entwurf des Flotten- gesctzes beigegebne Denkschrift des Rcichsmarincmnts, noch die im Reichstag bei der ersten Lesung abgegebnen Erklärungen des Reichskanzlers und der Staatssekretäre lassen einen Zweifel darüber, daß die verbündeten Regierungen den Flottenplänen eine hohe handelspolitische Bedeutung zuschreiben. Vor allein aber hat der Kaiser in seinen wiederholten Äußerungen über die Notwendigkeit einer stärkern Flotte niemals unterlassen, die Erhaltung und' Erweiterung unsrer Absatzgebiete als den Hauptzweck zu bezeichnen, dem die Seemacht in der nächsten Zukunft zu dienen habe. Damit ist die allgemeine oder reinpolitische Bedeutung der Flotte, d. h. ihr Wert für die Aufrechterhaltung der Großmachtstellung Deutschlands und unsrer politischen uud nationalen Unabhängigkeit weder bestritten noch geschmälert. Das deutsche Reich ist eben mit seiner schnell wachsenden Bevölkerung von dreiundfüufzig Milliouen uicht mehr imstande, seine politische und nationale Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten, wenn es sich mit der Gütererzeugung und dem Güteraustausch auf seine zu eng gewvrdnen Staatsgrenzen und den von ihnen eingefriedigten Grnnd uud Boden beschränken will. Das Charakteristische der neuen Zeit ist für Deutschland, daß seine auswärtige Politik viel mehr als früher, ja schon ganz vor­wiegend handelspolitische Aufgaben zu erfüllen hat, daß seine Wehrkraft nicht mehr allein für die Unverletzlichkeit des Staatsgebiets, sondern auch für den Schutz uusrer Handelsbeziehuugeu draußen sorgen und dieser neueu Aufgabe gewachsen sein muß. Das gewaltige Laudheer allein, dem freilich immer mehr Rekruten zu­wachsen, genügt dazn nicht mehr. Unsre unentbehrlichen Handelsbeziehungen sind nun einmal überseeisch und wcrdcu es voraussichtlich noch für Menschcnalter bleiben. Sie find zur See zu allererst gefährdet und müssen dort verteidigt werden, und wenn wir das uicht können, so sind die Milliarden, die das Lnudheer kostet, bei der nenen Lage der Verhältnisse einfach zum Fenster hinausgeworfen, sobald eine feindliche Macht uuseru Seehandel zu veruichten sucht. Da können wir zu Lande Felddienst üben und nach der Scheibe schießen, so viel nur »vollen, das ficht den