Beitrag 
Neue Romane
Seite
483
Einzelbild herunterladen
 

Neue Romane

wer der gelungensten Rvmcme, den Ludwig Gang hofer ge­schrieben hat, ist, wie wir meinen, sein nenester Hochlcmdsroman: Der laufende Berg (Stuttgart, Bonz u. Comp.). Seine Dorfgeschichten sind überhaupt mehr uach unserm Geschmack, als die Romane aus dem Leben der vornehmen Welt, in denen die Bauern und GebirgSleute nur im Nebenspiel mit herlaufen, Und in diesem Laufenden Berg" sind die wenigen Hauptfiguren besonders gut und fein aus­geführt. Der reiche juuge Purtschellerbaner wirtschaftet sich unten im Dorf durch Spiel, Sport und Jagdbummelei von Haus und Hof und verunglückt nm Schluß des Romans auf seiner neuen Renngig. Man hat ihm trotz seiner vielen Dummheiten eigentlich doch immer gut sein müssen, denn seine Fehler, Heftigkeit und Hang zum Wohlleben, sind Erziehungsfehler; wäre das nicht, so hielte es ja der Leser gar nicht aus. bis zum Schluß mit den Narrheiten des kindisch eitel» Patrons unterhalten zu werden. Nun aber ist alles zu Ende, der Bauer liegt drüben auf dein Kirchhof, auf dem Hof ist Versteigerung, alles geht für Hypotheken und Handschulden drauf, und die junge Frau, die vor wenig Jahren als armes Mädchen vom ganzen Dorfe beneidet hier ein­zog, verläßt das Haus, arm, wie sie gekommen ist, uud mit der Erinnerung nn eine unglückliche Ehe belastet. Sie Hütte damals einen vortrefflichen, armen Burschen, einen Gespielen ihrer Kindheit, haben können. Ob sie ihn nicht wollte, weil sie den Purtscheller vorzog? Der Matthes ist seit einem Jahr vom Militär zurück und lebt bei seinen alten Eltern, die über dem Dorf am Berg ein kleines Besitztum haben. Hätte der Purtschellerbcmer den Matthes als Großkuecht oder Aufseher haben können, dann könnte er sich ganz seinen feinern Passionen hingeben, aber der Matthes hat nicht gemocht, bis er Hort und sieht, daß nnten alles verfällt, daß die Hhpothekenjuden kommen, und die arme junge Frau immer unglücklicher wird. Da endlich bietet er sich nn, arbeitet und hilft die Last tragen, so lange es noch geht. Aber es ist zu spät, und als sie am Tage nach der Versteigerung die Schritte zu seinen Eltern hinauflenken und vorläufig um Aufnahme bitteu will, findet sie iu dem kurz zuvor entlassenen Knechte ihren zweiten Mann, der mit seinen Ersparnissen das längst verfallne Anwesen ihrer früh verstorbnen Eltern erwirbt uud wieder­herstellt. Aber es giebt noch ein zweites Paar am Schluß, des Matthes