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Wilhelm Jensen als Lyriker
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Schulmißhandlungen

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Diese tüchtige deutsche Gesinnung bringen vor allem auch dieLieder aus Frankreich" zum Ausdruck, die, seinerzeit ohne des Dichters Namen erschienen, nun die vorliegende Sammlung abschließen. Sie überflügeln weit alles, was der große Krieg 1870/71 an Kriegslyrik hervorgebracht hat, jene Entrüstungs­schreie und Schlachtgesänge, die seit den Kriegsjahren durch die Schulen geschleppt werden und noch heute nachtröpfeln. Jensen ist kein Freund des Krieges mit seinem Morden und Blutvergießen, aberder Krieg muß sein, wie der scharfe Ost, der die Welt von Krankheit reinigt! Es muß ja sein, daß sich unser Volk gegen den Mord verteidigt!" Und dieses Gefühl, daß wir für das Heiligste, was jeder im Herzen bewahrt, im Felde stehen, giebt uns die Kraft zum Vollenden, macht uns das Bittre und Rauhe des Krieges süß und angenehm. Die erduldeten Strapazen wandeln sich in frohe Er­innerungen um, und mit köstlichem Hnmor wird das lustige Soldatenleben gepriesen. Was diese JensenschenLieder aus Frankreich" ganz besonders über die neumodische Kriegslyrik erhebt, ist der Takt, mit dem jegliches Ge- Polter gegen die Franzosen verschmäht wird. Sie sind Menschen wie wir, und so werden sie, unterliegend, nicht verspottet. Der Jammer des sremden Landes dringt tief in das Innere des Dichters ein. Er vergleicht Frankreich, wie es besiegt daliegt, mit der im Leide versteinten kinderlosen Niobe, die Apollo für ihren Hochmut bestraft hat.

Die Soldatenlieder allein schon sollten dieser Sammlung eine möglichst große Verbreitung verschaffen. Freilich ein Wunsch, der etwas kühn erscheint in einer Zeit, wo Gedichtbücher klanglos vorüberzugehen pflegen. Jeder aber, der sich in diese Lyrik vertieft hat, wird nicht mehr bloß von dem Novellisten und Romanschriftsteller Jensen sprechen, sondern auch von dem Lyriker. Und viele werden wahrscheinlich fortan lieber den Lyriker als den Epiker hören wollen. Ich wenigstens habe diesen Wunsch.

Berlin G. M.-P.

Schulmißhandlungen

m vorigen Jahre veröffentlichten die Grcnzboten einen Bericht über Mißhandlungen von Schülern in einer hcmnoverschen Schule. Was da erzählt wurde, war so haarsträubend, daß ich, aufrichtig gesagt, an der Zuverlässigkeit der Berichterstattung zweifelte. Ich hielt die Schilderung für übertrieben; es schien mir nicht möglich, daß so etwas in dem Lande der Intelligenz vorkommen könne, noch