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Die großen Aunstausstellmigeii des Jahres ^3^7
Erbschaft nicht verschlossen, wenn wir uns anstrengen, hineinzudringen, und kann es ihm doch sogar in einem der Geringste gleich thun, in dem hohen Ernst, womit er seine Verantwortlichkeit aufgefaßt hat. Hier gilt es Selbsthilfe, damit wird es wieder zu rechter Übereinstimmung kommen und wieder vorwärts gehen. L. A.
Die großen Kunstausstellungen des Jahres ^8Y7
2. Dresden
aß in die Kunstverhältnisse Dresdens seit einigen Jahren ein neuer Geist eingezogen ist, kam den außerhalb Sachsens lebenden Kunstfrennden erst zur Kenntnis, als vor drei Jahren auf der Berliner Kunstausstellung mehrere Gemälde für die königliche Galerie angekauft wurden, die bei ihrer Vorführung in Dresden mehr Entsetzen als Freude erregten. Dresden hatte seit dem Beginn der siebziger Jahre, wo das Ausstellungswesen zuerst ins Kraut schoß, um sich dann schnell wie eine lüstige Wucherpflanze zu verbreiten, zwei Jahrzehnte hindurch eine völlig neutrale Rolle gespielt. Die Ausstellungen in dem keineswegs einladenden Bauwerk auf der Brühlschen Terrasse waren nur ein Markt für die sächsischen Künstler. Wer sich von auswärtigen daneben einfand, wurde geduldet, wenn auch nicht gerade mit freundlichen Augen angesehen. So schlichen diese Ausstellungen langsam durch die Jahre dahin, bis endlich durch den Neubau der Kunstakademie auch für ein würdiges Ausstellungs- gebäudc gesorgt wurde. Als dieses 1894 durch eine Ausstellung unter dem Patronat der Akademie eingeweiht wurde, glaubte man in Dresden aller Sorge um die Zukunft überhoben zu sein. Aber man hatte die Rechnung ohne die jugendlichen Titanen gemacht, die unter der Oberfläche von Alt-Dresden wühlten. Auch stellte sich sehr bald heraus, daß nur wenige von den Räumen, die für eine Ausstellung von Kunstwerken bestimmt waren, genügendes Licht empfingen, und bald pflanzte sich die Mißbilligung der neuen Räume von den Jungen zu den Alten fort. Über dem Erbauer des Akademie- und des Kunstausstelluugsgebäudes. die eiu von kurzsichtigen Leuten vorgeschriebnes Bauprogramm zusammengeschmiedet hatte, hat sich das Grab geschlossen. Konstantin Lipsius war keine geniale Natur, aber ein tüchtiger Mann von großem Wissen und Können, und er wußte auch schwierige und undankbare Aufgaben zu bewältigen, besonders in seiner Stellung als Baubeamtcr des