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John Brinckman
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Altbciirische Wanderungen

Beteuerungen wie: „Gott fall mi 'n Thaler schenken," drollig auch die Schil­derung des französischen Admiralschiffes, dessen Wimpel so lang ist wie von Dover bis Calais — „hei mag ok ne Ell oder so körter west sin, Herr Block." Dies alles kann uns aber doch nicht darüber hinwegtäuschen, daß wir es mit einer fast krankhaften Erscheinung, mit einein prahlerischen Lügenbold zu thun haben. Unser Interesse ist nach dem Schluß der Geschichte eigentlich nur noch psychiatrisch; wir haben kein inneres Verhältnis zu diesem Manne gewonnen, der mit halb wahnsinnigem Egoismus nur eine einzige wirklich große Person auf der Erde und in der Weltgeschichte kennt. Das ist der Grund- und An­lagefehler in Brinckmans Erzählung, die auch nicht mehr ein eigentliches Läuschen genannt werden kann — obgleich Läuschen gerade mit Lügen zu­sammenhängt —, denn dafür ist sie bei ihren fast 60 Seiten doch zu lang.

(Schluß folgt)

Altbairische Wanderungen

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on allen deutschen Flüssen ist der Jnn dem Rhein am ähn­lichsten. In seinem Steingrau schimmert selbst bei hohem Wasserstand das Grün ans den Wellenkämmen. Wenn sich dazu in jedem Wellenthälchen das Blau des Himmels spiegelt, so giebt das vielfache Dämpfen und halbuntcrdrückte Leuchten von Grün und Blau eine herrliche Farbenmischung, die echt „alpin" ist. Im Winter sinkt der Wasserstand des Jnn, wie aller Gletschergebornen, dann schlägt sich alles Grau nieder, und der Fluß wird immer dünner, klarer und leuchtender. Ein wunderbares Bild, wie beim Nachlassen der Regengüsse und Schneeschmelzen im Gebirge das Grün und Blan der Alpenseen und Gletscher­spalten in die oft stundenbreiten, mit weißem Kies bestreuten Flußbetten der bairischen Hochebne herabsteigt! Es erinnert daran, wie die Sonne aus den Dolomitzacken der Alpen das Steinerne gewissermaßen ausglüht, sodaß sie nur uoch Farbe und Licht sind. Dann sind von der Jller bis znm Jnn die Bänder sichtbar, die das obere Donauland mit den Alpen verknüpfen, und bei Pasfau schürzt sich ein wahrer Flußknoten. Blicken wir von der Schwelle des herrlich erneuten Passauer Domes hinab, so sehen wir, wie sich der klare, grüne Jnn mit der trüben, gelblichen Donau und dem dunkeln Waldwasscr