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zu vergrößern, aber man lasse Rittergüter unvernichtet. Die Entwicklung, die die Grundbesitzverteilnng genommen hat, ist eine günstige trotz der schlechten Zeiten. Bedenkt man nun noch, daß die bäuerliche Kreditorganisationen in den letzten Jahren einen geradezu erstaunlichen Aufschwung genommen haben und bei vernünftiger Unterstützung durch die Negierung noch weiter zu nehmen versprechen, daß sich auch das sonstige auf Selbsthilfe begründete Genossenschaftswesen bei kleinen und mittlern Landwirten außerordentlich bewährt und Anklang gefunden hat, so darf man wohl mit Recht verlangen: Laßt die deutschen Bauern mit eucrn Rezepten und mit euerm Geschwätz vom Bauerelend und Bauernruin endlich einmal in Ruhe!
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Der Mittelstand in Köln und Erfurt. Mit Bauern und Handwerkern hat sich sowohl die Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik als der Nationalsoziale Kongreß beschäftigt. Da es ja eben der Verein für Sozialpolitik ist, der die Untersuchungen der Lage des Handwerks veranstaltet hat, und da Professor Bücher der Referent war, so wußte man im voraus, wie die Handwerkerfrage in Köln beurteilt werden würde: nicht anders, als sie schon vor der Veröffentlichung jener Untersuchungen und dann wieder auf Grund dieser in den Grcuzboten immer beurteilt worden ist. Außer Hitze, der als treuer Katholik pflichtgemäß für das Mittelalter schwärmen muß, hat niemand der Zünftlerei das Wort geredet und die ungeheuerliche Zwangsorganisation, mit der die Handwerker jetzt beglückt werden, verteidigt, im Gegenteil, sie ist aufs schärfste verurteilt worden. Bücher zählte fünf Arten von Veränderung auf, die das Handwerk unter der vereinigten Einwirkung von Technik und Großkapital erleidet: 1. Das Handwerk wird, wie bei der Weberei, ganz von der Fabrik verdrängt. 2. Das Handwerk wird nur geschmälert, indem mehrere Handwerke zu einem Fabrikationszweige vereinigt werden, wie in den Wagenbauanstalten, wobei die verschiednen Handwerker ihre Selbständigkeit einbüßen, oder indem die Großindustrie dem Handwerke nur die Fabrikation einzelner Artikel nimmt, wie den Klempnern Lampen und Blechgefäße. 3. Die Großindustrie nimmt dem Handwerk die Vorbereitung des Materials ab uud liefert ihm Halbfabrikate. 4. Ein Handwerk wird an eine Großindustrie angegliedert wie die Böttcherei an die Brauerei, wobei wiederum der Handwerker seine Selbständigkeit verliert. 5. Durch die Abhängigkeit vom Handel endlich wird der Handwerker hie nnd da zum Schwitzarbeiter herabgedrückt. Das Endergebnis der Übersicht war, daß das Handwerk eigentlich nur noch auf dem Dorfe lebensfähig sei: „es verliert die Stadt uud erobert das Land." Dieses Endergebnis können wir nicht unbedingt gelten lassen. Eine Reihe von Handwerken ist anch in der Stadt noch so lebensfähig, daß es mit dem Anssterben vorläufig gute Weile hat, und die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, daß Änderungen des Geschmacks