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Moderne Novellen
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

sie kennen. Alles kommt darin vor, Naturgefühl und etwas Natursymbolik, ein Psalmvers, etwas Gespensterwesen und zuletzt Tod deslustigen Leutnants." Wie aber diese Frau diesem Manne untreu werden konnte, das uns zu er­klären hat der Verfasser bei seiner skizzenhaften Behandlung vermeiden können. Es wäre wohl anch schwer gewesen. Das Interesse wird übrigens sehr gesteigert durch die Form der Erzählung in erster Person bis zum letzten Worte.

Wir schließen uoch die Empfehlung eines Bändchens Novellen au, die vr. Karl Küchler aus dem Düuischen, Isländischen, Norwegischen und Schwedischen übersetzt und unter dem Titel: Von nordischen Gestaden (Leipzig, G. Fock) herausgegeben hat. Es sind sieben knrze und eine längere Erzählung, sämtlich sehr ansprechend, stimmungsvoll, bezeichnend für die Land­schaft und menschlich wohlthuend. Sogar ein kleiner Björnson trotz einem Selbstmorde und der sehr düstern Stimmung berührt uns uicht unlieb, das Gift muß also mit sehr großer Kunst eingewickelt sein. Die am meisten aus­geführte Erzählung, eine dänische:Knud und Jugeborg" vou H. F. Ewald, ist eine der ernsten und tiefen, au denen die Litteratur des tüchtigen kleinen Volkes so reich ist.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Der internationale Kongreß für Arbeiterschutz in Zürich. Sechs Tage lang hat im August ein internationaler Kongreß siir Arbeiterschutz in Zürich etlichen Hunderten dazu entsandter Vertreter von Arbeitervereinigungen mancherlei Art und sogenannter Gaste aus aller Herreu Ländern Gelegenheit gegeben, eine Reihe interessanter Reden zu halten uud zu hören. Die Veranstalter der Sache scheinen ja auch ganz stolz ans diese Reden und Beschlüsse zu seiu, uud von ihrem Standpunkt aus wohl nicht ohne Grund. Ein agitatorischer Erfolg ist zweifellos erzielt worden, wenn auch nicht so sehr für den Arbeiterschutz, so doch sicher für die Sozialdemokratie und vielleicht auch für den päpstlich-jesuitischen Sozialismus, der in Zürich zum erstenmal mit den andern in der Parade stand. Wenn mau die Reden und die Beschlüsse nach den bisher vorliegenden Zeitungsberichten liest und den Inhalt mit dem, was seit Jahren über den Arbeiterschntz gesprochen und geschrieben worden ist, vergleicht, so kann man bei nüchterner Prüfung auch nicht das geringste Neue finden, das fördernd und klärend für die praktische Durchführung und den weitern Ausbau der Arbeiterschntzgesetzgebung beigebracht worden wäre, am aller­wenigsten etwas, was die Wege wiese, wie die der internationalen Regelung der Sache entgegenstehenden Schwierigkeiten verringert oder beseitigt werden könnten. Wenn sich ein schweizerischer Staatsmann wie der Vizepräsident des Kongresses, Nationalrat Decurtius, gemüßigt sah, auf die völlige Erfolglosigkeit der vom