Religionsunterricht
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Los des Besiegten teilen. Besser, sie erinnern sich beizeiten ihrer deutschen Abstammung und stehen zum Reiche. Das allein — ein festes Schutz- und Trutzbündnis — verbürgt ihre Unabhängigkeit und künftige Blüte.
Brüssel Harald Arjuna
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Religionsunterricht
(Fortsetzung)
lso der Einfluß des Religionsunterrichts auf die Sittlichkeit kann seiner Natur nach nur ganz unbedeutend sein; auf die Fälle, wo er geradezu Schaden anrichtet, wollen wir gar nicht erst eingehen. Und wie steht es mit der Religion? Im sechzehnten Jahrhundert haben wohlweise und hochpreisliche Obrigkeiten, um der Verwilderung der Jugend zu steuern, am Gymnasium einen besondern Tugendlehrer angestellt. Wer würde darüber heute nicht lachen? Wäre es nnn weniger lächerlich, wenn man einen Lehrer der Mutterliebe, oder einen Lehrer der Tapferkeit, oder einen Lehrer der Begeisterung, oder einen Lehrer der Reinheit, oder einen Lehrer des Zartsinns, oder einen Lehrer des Schönheitsgefühls, oder einen Lehrer der Wahrheitsliebe, oder einen Lehrer des Strebens nach Erkenntnis, oder einen Lehrer der Sehnsucht nach dem unsichtbaren Ewigen und Unendlichen anstellen wollte, und wird der Religionsunterricht dadurch vernünftiger, daß Religion alles dieses zusammen ist: Liebe, Mut, Begeisterung, Reinheit, Zartsinn, Schönheitsgefühl, Durst nach Erkenntnis der Wahrheit, Sehnsucht nach dein Ewigen und wahrhaft Seienden, die Seele jeder edeln Empfindung, jeder guten Willensrichtung?
Was ist denn Religion? Nur von der Religion im subjektiven Sinne, von der Religiosität also, kann in diesem Znsammenhange die Rede sein. Religiosität ist der Trieb, die Bereitwilligkeit und Gewohnheit, alle Erscheinungen und Vorkommnisse des öffentlichen Lebens auf ihren tiefsten Grund zurückzuführen uud durch ihre Beziehung auf Gott miteinander zu verknüpfen; aus diesem Triebe sprießen dann, wenn er von einer reinen, von grobem Aberglauben freien Gotteserkenntnis geleitet ist, die edeln Empfindungen. Solche Bereitwilligkeit und Gewohnheit aber kann ebenso wie die Sittlichkeit nur aus der Beobachtung des Lebens und aus der Verflechtung darein hervorgehen. Wenn das Kind seine Eltern täglich beten sieht, wenn es sie bei schwerem Leid zu Gott aufseufzen und im Glück Gott danken sieht, wenn es Grenzboten III 18!)7 26