Beitrag 
Dichter und Kritiker
Seite
141
Einzelbild herunterladen
 

Maßgebliches und Unmaßgebliches

141

steller hat sein Spiel verloren. Wer nun nach solchen Ersahrungen zu einem praktischen Berufe zurückkehren kann, der ihn ernährt, der hat noch nicht viel verloren. Er findet sogar in seinem Berufe die Stimmung wieder und den Weg zu seinen litterarischen Neigungen, die er nach den gemachten Erfahrungen besser zu lenken wissen wird. Ja es scheint sogar, als ob ohne das Gegen­gewicht einer praktischen Arbeit, die zugleich das wirkliche Leben kennen und verstehen lehrt, eine gesunde schriftstellerische Thätigkeit kaum möglich sei. Fülle besondrer Begabung und, was noch wichtiger ist, besondern Glücks sind seltene Ausnahmen. Und der,materielle Ertrag einer rein schriftstellerischen Thätigkeit, wenn er nicht die Form eines Tagewerks, z. B. bei der Presse, annimmt, der Gewinn aus Büchern, die nichtgut eingeführte" Schulbücher sind, ist für den Autor viel geringer, als der Unerfahrene meint. Es ist sehr schön, das noch nebenher zu verdienen, traurig aber, davon leben zu müssen. Darum, so rät Mouton seinen jungen Genossen von der Feder, lernt etwas ordent­liches, ehe ihr drucken laßt, damit ihr nicht darauf allein angewiesen seid! Es ist, als hätte er für die Schriftsteller des Musenalmanachs geschrieben.Wir alle, die wir die Feder führen, seien wir bescheiden; gehen wir von dem Ge­danken aus, daß jeder kluge und unterrichtete Mensch ein Bnch machen kann, daß aber das Buch ein trauriges Ding ist, wenn es aus Eitelkeit geschrieben wird."

Aber außerdem möchte ich doch das Buch allen Schriftstellern, auch solchen im Nebenamte, empfehlen. Sie werden darin fehr viel wissenswertes finden und vieles, woran sie nie gedacht haben. Denn wie wenige, die die Feder führen, kennen den Weg genau, den ihr Manuskript zurücklegen muß, bis es auf dem Ladentisch des Sortimenters liegt! Es war ein sehr glücklicher Ge­danke, einmal alles zusammenzufassen, was an Kräften, kleinen und großen, zu einem Buche gehört, und dem einzelnen Autor zu zeigen, daß das im Vergleich zu seinem eignen geistigen Aufwand keineswegs Nebendinge sind. Und da der Verfasser in so geistreicher Weise recht eigentlich die Sache des Verlags führt, so müßte es Wunder nehmen, wenn sich nicht ein Verleger sände, der das Buch ins Deutsche übersetzen ließe!

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Postkarten mit Ansicht zu sammeln ist in der letzten Zeit immermehr zu einer Liebhaberei von großen und kleinen Kindern geworden. Wie für die Brief­marken, so werden auch für diese Bilderkarten schon besondre Albnms angefertigt. Da ist es nun sehr zu bedauern, daß auch in diesem Falle der Gegenstand des