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Dunkler Drang nach einem guten Rechtsweg. 4 :
(Schluß)
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München und Konstanz

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von den gelehrten Nichtern, sondern allein vom Volke zu erwarten ist. Wenn diese Wahrheit trotz des Dranges nach Verbesserung der Rechtspflege dunkel geblieben ist, wenn mau sich von den Schwurgerichten, statt sie zu vervoll­kommnen, abwenden oder sie wenigstens in ihrer Zuständigkeit einschränken will, sich in unberechtigten Vorwürfen namentlich gegen die jüngern Richter ergeht und nach Änderungen tastet, die keine Hilfe bringen können, so beweist das deutlich, daß nicht nur die Wissenschaft in falsche Bahnen geraten, sondern auch die juristische Kritik erlahmt ist. Darunter leidet aber neben der Juris­prudenz auch unser gesamtes politisches uud wirtschaftliches Leben. Auch die öffentliche Meinung bedarf zwar nicht der juristischen Bevormundung, die an ihrer Stelle denkt, wohl aber eines urteilsfähigen juristischen Beirats, der jedem gerecht werden will und von der ungerechten Einseitigkeit schroffer Parteigegensätze zu überzeugen versteht.

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München und Konstanz")

n München erwies mir Dr. Lossen, der damals noch nicht Pro­fessor und Sekretär der königlichen Akademie der Wissenschaften war, so lange Gastfreundschaft, bis ich mit seiner Hilfe eine Wohnung gefunden hatte. Ich mietete zwei möblirte Zimmer in der Türkenstraßc, gegenüber dem Eingang der Türkentascrne. Als ich einzog, hingen die Wände voll Landkarten. Entschuldigen Sie nur, Herr Dokter, sagte Frau Müller, das wollen wir gleich wegräumen, der Ferdl nnd die Lnlu treibeil mit Leidenschaft Geographie. Frau Müller war von kleiner Mittelgröße aber überaus kräftig und in allen ihren Bewegungen energisch; die blonden Haarsträhne hingen zum Teil wirr über ihr freundliches, freudestrahlendes Gesicht, und über ihr tiefes Negligee hatte sie ein rot- und grünkarrirtes Tuch lose geschlungen. Als wir mit dem bischen Einräumen fertig waren, kam sie noch einmal hereingestürzt und rief: Wünschen Sie noch was, Herr Doktor? Ich möchte Sie so recht so recht gemütlich machen! Dabei machten ihre entblößten muskulösen Armee Stvßbewegungen wie beim Bettenaufschütteln, sodaß es schien, als wollte sie mir durch eine Art Massage zur Gemütlichkeit verhelfen. Gemütlich war es ja nun wirklich bei ihr. Sie war eine herzensgute Frau, dabei voll Arbeitskraft und Lebenslust und

") Fortsetzung der Lebenserinnerungen von Carl Jentsch. Bergl. Nr. 8:Jenseits der Mainlinie." .-,