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Zur Naturgeschichte des Richters
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Die Memoiren von Paul Barras

Worauf diese eigentümliche psychologische Erscheinung zurückzuführen sein mag, ist schwer zu sagen; vielleicht hat die Gewohnheit, Erkenntnisfe zu fällen, die ja nur durch höhere Instanzen aufgehoben werden können, oder die Mei­nung, daß durch eigenmächtige Aufhebung einer Verfügung die Würde und das Ansehen des Amtes Schaden leiden, in dem Kopfe des Nichters die Vor­stellung entstehen lassen, daß er seine einmal kundgegebne Ansicht nicht ändern könne, und daß daher die Beschwerde das einzig zulässige Mittel sei, eiue andre Entscheidung herbeizuführen.

Leider scheinen auch die Nichter in den Beschwerdeinstanzen seltsamerweise anzunehmen, daß sie dem Ansehen ihres Amtsgenossen etwas vergeben, wenn sie dessen Verfügung aufheben; denn sie zeigen sich erfahrungsmäßig für Be­schwerden schwer zugänglich, und so kann es einem widerfahren, daß man auch mit Anwendung aller gesetzlichen Mittel sein Recht nicht finden kann, bloß weil die erste zur Entscheidung berufne Gerichtsbehörden einen Fehler gemacht hat. Und das geschieht nicht selten.

Ja, das Ansehen des Richterstandes! In der Tagespresse begegnet man jetzt bisweilen dem Gedanken, daß es im Sinken begriffen sei. Wenn das wahr wäre, dann müßten sich doch alle wohlgesinnten Männer, vor allem die Nichter selbst, bemühen, diesem Übel zu steuern. Dazu aber wäre es un­bedingt notwendig, seine Ursachen zu ergründen. Ob nicht in den im Vor­stehenden berührten Umständen solche Ursachen zu finden sind, dürfte wohl einer ernsten Prüfung wert sein. Diese sei den beteiligten Kreisen hiermit empfohlen.

Die Memoiren von Paul Barras

er Vieomte Paul de Barras stammte aus einem alten Geschlechte der Provence, das die Thaten seiner Ahnen unter den Kreuz­fahrern bis über die Zeit des heiligen Ludwig hinauf verfolgte. Er selbst war Offizier des Königs, nahm zu Schiff im ost­indischen Kriege gegen England an Abenteuern teil, die bis­weilen an Gullivers Reisen erinnern, lebte dann in Paris und ging sogar zu Hofe und machte alles mit, was zum Moion rvAiwe gehörte, Schulden, Duelle, galante Verhältnisse (darunter eines von vielen mit der aus der Halsbandgeschichte bekannten Lamotte). Man wird es ihm glauben, daß ihn die Revolution nicht

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