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Zur Naturgeschichte der Maler
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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ihnen Offenbarungen der Schönheit bieten, Offenbarungen, die, eine zur andern tretend, in der That eine erhabne, erziehende, heiligende Wirkung der Knnst ergeben.

Und jene Verworrenheit gutartiger Maler hat etwas entzückend Träume­risches an sich. Sie ist, so zu sagen, nicht weniger malerisch, als sie naiv ist. Wie der Maler beim Hören einer fesselnden Erzählung oder bei sonst einem Motiv, das seine Phantasie erregt, sofort die Elemente einer Komposition vor und in sich sieht, so leben alle seine Gedanken gleichsam im Kolorit; die Empfindungen, mit denen er, oft unter fröhlichster Nichtachtung der Vernunft, die Welt begreift, sind alle so phantastisch bnnt, so lebhaft färbend, als sie originell sind. Durch solche üppige Überkleidungen von nüchterner Schürfe befreit, mutet uns die Weltanschauung der Maler an wie ein überquellend reiches Blumenbeet, das die kahle Erde verbirgt; sie ergötzt und erheitert uns, und sollte sie auch öfter wehmütig gestimmt sein, so freuen wir uns doch nicht bloß an roten Rosen, sondern auch an blassen Lilien.

Die Art und Gesinnung der Maler hat, nach allem Gesagten, entschieden etwas Weibliches. Das liegt nicht allein in ihren soeben berührten Beziehungen zu den Blumen, sondern vorzüglich im Überwiegen der Herzens- und Geschmacks­triebe und im Zurücktreten der Logik. So stehen denn die Maler sehr hoch auf der Stufenleiter der Geschöpfe, sind jedoch für den Naturforscher ein wahres Krenz. Wie soll er sie, die geheimnisvoll bevorzugten, schillernd wechselvollen, bald philisterhaften, bald geistreichen, genau und richtig ein­ordnen? Wie die ästhetische Weltanschauung in ihrem Verhältnis zur ethischen sicher bestimmen? Er wird gewiß noch lange darüber nachzudenken haben.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Völker und Parlamente. Die Türkei wird ja nun wohl nächstens Europa als Musterstaat vorgestellt werden könne»; am 19. März werden in Tokat über hundert Armenier abgeschlachtet, und schon am 24. Märzsoll" der Sultan eine Untersuchungskommission ernannt haben. Aber wird Italien noch einmal zum politischen Leben erwachen? Das italienische Volk war im Mittelalter bis in die feinsten Äderchen seines Leibes von politischem Leben nicht allein durchströmt, sondern dnrchtvbt. Es versank dann wohl aus Erschöpfung vom sechzehnten Jahrhundert an in noch tiefere politische Erstarrung als die übrigen Völker Europas; die Politik ward Kabinettssache, und Privatpersonen wagten sich nur noch hinter verschlossenen Thüren über die Angelegenheiten ihres Vaterlandes mit einander zu