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Maßgebliches und Unmaßgebliches
so unerschöpflich ist, daß es sie stets befriedigen kann; viele andre werden finden, daß ihr Genuß und Urteil an Frische oder Originalität nichts verliere, wenn das betreffende Kunstwerk, mag es zu den großen oder zu den mittelmäßigen gehören, bei seiner Aufnahme zur vollen Wirkung und Geltung, kurzum: zu seinem Rechte gekommen ist. Denn Bildung, Reife und hingebendes Verständnis hindern niemand, sich nn der Schönheit zu begeistern, und Venns Urania erscheint uus nur um so herrlicher, je demütiger wir sie begreifen.
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Europa und Asien. Europa ist eine lahme Gans, nnd da sich vor einer lahmen Gans nicht einmal ein kleiner Junge zu fürchten brancht, so thnn die Griechen recht daran, Europa als Luft zu behandeln. Die europäischen Diplomaten sind allesamt hochgebildete uud gescheite Männer, manche von ihnen mögen Weise sein, und in seinen eignen Angelegenheiten bewährt wahrscheinlich jeder von ihnen Thatkraft genug; aber da sie eine Kollektivpersou bilden sollen, was bei dem Interessengegensatz ihrer Auftraggeber nicht möglich ist, und da sie niemals sagen dürfen, was sie denke» und wollen, so sehen sie sich zur Ohmnacht nnd Uuthntigkcit verurteilt, uud nieder ihre Versuche zu hcmdel» uoch ihre Worte können den Eindruck großer Gescheitheit machen. Am dümmsten ist wieder das Gesicht Europas, das aus den großen Zeitungen herausschaut; über deu schweren Bruch des Völkerrechts jammern sie, ans die Frechheit, mit der sich Griechenland dem Willen Europas widersetze und die Souveränität des Sultans antaste, schimpfen sie; wenn die Frauzoscn mitten im Frieden in die Rheinprovinz einfielen, die Entrüstung könnte nicht größer sein. Schade, daß es keinem Giciur gestattet ist, moslemische Heiligtümer zn berühren! Dieses Europa würde, wenn nnr ein Kursgewinn winkte, an der Ramcisaufahrt des Sultaus teilnehmen uud auf den Knieen rutschend den Zipfel des Prophetcnmantels küssen. „Dieselben Parteien uud dieselben Blätter, so spottet eine Zeutrumskorrespondeuz, die deu räuberischen Einfall der Garibaldianer in das Königreich Neapel uud iu den Kirchenstaat aufs lebhafteste billigten und als Heldenthat priesen, können sich jetzt nicht genug über den griechischen Treubruch entrüsten. Dieselben Blätter, die in ihrem eignen Hanse als unumstößliches Dogma verkünden, daß die Stärkung des Natioualgefühls uud die Vereinigung aller Volksgenossen zu eiuem Staate heiligste Pflicht sei, spreche» vou griechische» Schwarmgeistern und nationalen: Schwindel. Was dem italienischen Freibeuter und dem damals bankrotten Königreich Sardinien als eine wahre Großthat angerechnet wurde, das gereicht i» den A»ge» derselbe» Herren den Griechen zur unauslöschliche» Schande; uicht laut genug können sie nach der Einmischnng der europäischen Mächte schreien," nachdem bei der Emigung der Italiener der Grimdsatz der Nichtmter- veutio» zur Grundlage des Völkerrechts gemacht worde» ist. Nach diesem Gru»d- satze liegt die Sache uugeheuer eiufach; die Griechen a»f Kreta »»d in Griechenland wollen sich zu einem Staate vereinigen, und das geht keine andre Macht