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Zoll- und handelspolitische Aussichten
die Frage der Armee für uns alle eine nationale Frage erster Klasse sei, und nichts als eine nationale Frage."
Der Mann war nicht nur ein großer Patriot, sondern auch ein wahrer Volksfreund; möchte recht bald bei uns allgemein erkannt werden, daß beide Bezeichnungen zusammenfallen.
Zoll- und handelspolitische Aussichten
ie ganze Einseitigkeit und Oberflächlichkeit, womit in einem großen Teile der Presse die Fragen des öffentlichen Lebens behandelt werden, hat sich wieder einmal bei der Beurteilung der Äußerungen gezeigt, die der Staatssekretär des Reichsschatzamts Graf von Pvsadowsky bei der Beratung des Quebrachozolles über die Revision des antouomen Zolltarifs, über die gegenwärtig durch die Handelsverträge geschaffne Lage und über die Zollabänderungen gethan hat, die wir nach Ablauf und Neuabschluß der Handelsverträge vorzunehmen in der Lage sein werden. Man hat sich zunächst aus diesen Äußerungen einen Gegensatz zwischen den handelspolitischen Anschauungen der Staatssekretäre des Reichsschatzamts und des Auswärtigen Amts") konstruirt, hat dann darin ein verheißungsvolles Eingehen auf die einseitigen agrarischen Forderungen der Konservativen erblicken zu dürfen geglaubt und daraus natürlich wieder einmal auf eine mangelnde Übereinstimmung unter den verschiedncn Ressorts der Reichsregierung geschlossen. Es mag ja sein, daß Graf Pvsadowsky in Sachen der Handelsvertragspolitik nicht ganz auf dem festen und entschied»?» Standpunkte steht, wie sein Kollege im Auswärtigen Amte, daß er nicht so zu den unbedingten Verteidigern dieser Politik wie Freiherr von Marschall gehört. Aus de» Äußerungen aber, die er bei der Beratung des Quebrachozolles über den Zolltarif und die Handelsverträge gethan hat, kann man solche Schlüsse uicht ziehen, ohne der Lage wie seinen Worten Gewalt anzuthun.
Werfen wir zunächst eine» Blick auf die gegenwärtige Lage. Die
*) Dieser Aufsatz, der einen gelegentlichen Mitarbeiter dieser Zeitschrift im Südwesten unsers Vaterlandes zum Verfasser hat, ging uns zu, bevor Staatssekretär Freiherr von Marschall in der NeichStagssitzung vom 8. d. Mts. seinerseits Stellung zu den Auslassungen des Grafen von Posadowstv genommen hatte. Da unser Gewährsmann die w irisch aftsvo Mische Lage aber damals schon in völliger Übereinstimmung mit dem Staatssekretär des Auswärtigen beurteilte, so haben seine Ausführungen durch dessen Erklärung eher gewonnen als verloren. D. N.