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Die Pflicht der Einzelnen
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Die Geldsammlungen für den Hamburger Ausstand 191

Verwaltung, im Heere das nicht begreifen wollen, dann fort mit ihnen, so bald wie möglich. Der Schade, den sie anrichten, ist heute unermeßlich. Aber schon im Entstehen werden heute die sozialen Reformen dadurch verdorben, daß die Reformer selbst, noch immer auf dem ungesunden Boden der Manchesterschule fußend, überall dem Eigennutz der Einzelnen den tiefsten Bückling machen, und in ihren Wirkungen für die soziale Wohlfahrt bleiben sie machtlos, weil die Pflicht des Einzelnen sie nicht ergänzt, belebt, befruchtet.

Die Geldsammlungen für den Hamburger Ausstand

u welch verhängnisvollen, Recht und Billigkeit auf den Kopf stellenden Thorheiten sich sonst gewissenhafte, gerecht und wohl­wollend denkende deutsche Theoretiker verleiten lassen, zeigt wieder einmal schlagend der unglückselige Aufruf der Herren Baum­garten, v. Egidy, Herkner und Genossen zu Geldsammlungen

für die Streikenden in Hamburg. Mit dem größten Nachdruck ist im Interesse des wirtschaftlichen Gedeihens, des Fortgangs der sozialen Reformen und ins­besondre der befriedigenden Gestaltung der Arbeiterverhältnisse gegen dieses Vorgehen Verwahrung einzulegen. .

Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß für die Berechtigung dieses Ausstandes bisher auch nicht der Schein eines Beweises beigebracht worden ist, daß vielmehr die dafür in der Öffentlichkeit vorgegebnen Gründe klar erkennen lassen, daß die in den Arbeitsverhältnissen des Hamburger Hafens unzweifel­haft vorhandnen und schon lange beklagten Mißstände die Arbeiter zu einer so rücksichtslos schroffen Erklärung des Ausstandes nicht bestimmt Hütten. Was seitdem in den spaltenlangen täglichen Besprechungen von der sozial­demokratischen und national-sozialen Presse darüber gesagt worden ist, hat in keinem Punkte den Beweis ergänzt, und wenn man vor drei Wochen von der Wahrscheinlichkeit sprechen konnte, daß der Ausstand an sich, trotz aller Ab­leugnung, eine frivole Mache sozialdemokratischer Einflüsse sei, so ist heute diese Wahrscheinlichkeit zur Gewißheit geworden. Bezeichnenderweise haben die Urheber des Aufrufs ^ als welche wir keineswegs die Gesamtheit der Unter­zeichner anzusehen vermögen auch nicht einmal versucht, den Ausstand als gerechtfertigt zu erweisen. Daß der Ausstand unternommen worden ist, weil Forderungen der Arbeiter nicht ohne weiteres bewilligt worden waren, und