Beitrag 
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

Litteratur

151

zeichnen, sondern die vou der Lage des Weltmarkts abhängt. Kurz, wie wir auch die Absichten der Agrarier zergliedern mögen, überall treffen wir die Wahnvor­stellung, daß die Preisbildung in der Willkür einzelner Menschen liege. Inzwischen hat sich auch gezeigt, daß die Natur mächtiger ist als die Menschen. Auf dem Weltmarkt hat ein Steigen der Preise stattgefunden, das nicht der Wirkung irgend welcher gesetzgeberischen Experimente zugeschrieben werden kann. Was aber gilt den Agrariern eine Wohlthat, die der Landwirtschaft nicht durch ihre Gesetzeskunst zu teil wird! Um diese Kuust zu zeigen, mnß der Kampf gegen die Getreidebörse fortgesetzt werden. Darum zetern die Agrarier darüber, daß ihuen durch das Aus­wandern der Börsenmänner nach dem Feenpalast ihre Beute entschlüpft ist. Darum rufen sie weiter nach der Gesetzgebung. Ja was soll denn die Gesetzgebung? Hindern, daß Käufer und Verkäufer zum Austausch ihrer Ware zusammenkommen? Die Gesetzgebung wird darüber zu entscheiden haben, ob sie sich weiter ans die Bahn des Unsinns drängen lassen oder sich von der Botmäßigkeit der Agrarier frei machen will.

Litteratur

SchleZwig-Holstein mcerumschlungen in Wort und Bild. Herausgegeben von Hippolut Haas, Hermann Krumm und FriK Stoltenberg. Kiel, Lipsius und Tischer.

Preis geb. IS Mark.

Dieses Werk wurde durch die Schleswig-Holsteinische Landesausstellung vom vorigen Jahre hervorgerufen, ist aber weit über den ursprünglich festgesetzten Um­fang hinausgewachsen und als starker Kleinfolioband von 470 Seiten in vornehmster Druckausstattuug mit nahezu 500 Abbildungen das Mnster eines Prachtwerks zur Heimatkunde geworden, wie man es jedem deutschen Lande wünschen möchte. Die Versuche, solche Werke zu schaffen, haben in unserm Jahrhundert in Deutschland nie aufgehört, und es ist, von Freiligrath-SchückingsMalerischem uud romantischem Westphaleu" au bis auf die füufbändige, unter H. W. Riehls Leitung heraus- gegebneBavaria, Landes- und Volkskunde des Königreichs Baiern" manches Vorzügliche entstanden, aber nach einem einheitlichen Plane ist man bisher bei uns uoch nicht vorgegangen, uud auf die wirklichen, naheliegenden Bedürfnisse des Volkes, das sich vor allem seiner Heimat freuen will, hat man selten genügend Rücksicht genommen. Die Freude an der Heimat zu wecken uud zu nähren ist uuu dieses Werk über Schleswig-Holstein besonders geeignet; nur schade, daß sein an und für sich mäßiger Preis doch die Verbreitung bis in die nntersten Volkskreise hindert möge es wenigstens überall in die Volksbibliotheken gestiftet und, wo es angeht, zu Prämienzwecken benutzt werden! Geschaffen ist das Buch, sowohl sein Text wie seine Illustration, natürlich von Schleswig-Holsteineru und solchen Angehörigen andrer deutscher Stämme, die in dem meerumschlungnen Lande heimisch geworden sind; außer den Herausgeber» haben siebzehn Schriftsteller und dreizehn Maler und Zeichner daran mitgearbeitet. Das könnte nun ein große Verschiedenheit der Beiträge zur Folge gehabt habe«, doch ist das nicht der Fall, jeder Mitarbeiter