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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Nationaler Egoismus in verschiednen Gestalten. Die Saturday Neview preist die Reden, mit denen Ceeil Rhodes von seinen Afrikanern Abschied genommen hat, als eine Selbstkritik ersten Ranges. Nun ist er wieder er selbst, ruft sie; keiu feiges Leugueu, keine schwächlichen Entschuldigungen und Ausflüchte mehr!Ich nahm Pondoland, so umschreibt sie das, was in seinen Worten auf seine britische» Richter abzielt, und ihr danktet mir; ich drängte die Portugiesen zurück, und ihr rieft mir Beifall zu; mit meinem eignen Gelde und auf meine Gefahr erwarb ich für ench das Maschoua- und Matebelegcbict und machte euch zn Herren von ganz Südafrika, nud ihr prieset mich als Eroberer und ernanutet mich zum geheimen Rat eurer Königin. Und jetzt wollt ihr mich einem Verhör unterwerfen nnd nach abstrakten Rechtsgruudsätzen richten, weil es mir nicht ge­lungen ist, auch noch Transvaal und das übrige euerm Reiche einzuverleiben? Was für eine gemeine Heuchelei! Habt ihr Lord Kimberley bestraft, oder die Diamant­felder ihren rechtmäßigen Eigentümern, denen er sie gestohlen hat, zurückgegeben? Wer anders war es als Sir Henry Loch, euer Bevollmächtigter (Hixic Öommi8sicmor), der den Bürgern von Johannesburg den Gedanken an Empörung eingegeben hat? Den habt ihr mit der Pairswürde belohnt, nnd mich wollt ihr dafür bestrafen, daß ich seine Weisungen auf meine Kosten auszuführen versucht habe?" Wahrlich, fügt das Hochtoryvrgan hinzu, Rhodes war berechtigt, unsresalbungsvolle Ge­rechtigkeit" zn verspotten, nnd in der folgenden Nummer werden ein paar Aus­sprüche von Macaulciy angeführt, in denen er sagt, daß vor einem Sittengericht kein einziger großer Mann bestehe, daß aber große Männer nach dem Gesamteindrnck beurteilt werden müßten, den ihre Persönlichkeit macht, nnd nach dem, was sie für ihr Vaterland geleistet haben. Die Dienste eines solchen Mannes wie Rhodes, lantet das Endurteil der Saturday Neview, können wir nicht entbehren. Niemand wird ein andres Urteil erwartet haben; wir halten es für selbstverständlich und führen es nur an, weil anch daraus wieder hervorgeht, wie weuig die Engländer daran denken, ans die Vollendung ihrer afrikanischen Eroberuugeu zu verzichten. Und gleichzeitig baut Rußland, ohne Lärm, an seiueu ostnsiatischeu Bahnen weiter, mit denen es die Beherrschung uud Ausbeutung chinesischer Gebiete vorbereitet. Und es scheint, daß die reichen Aussichten, die sich ihm hier eröffnen, sein Gelüst nach Indien schwächen uud ihm die Buudesgenossenschaft Englands vorteilhafter erscheinen lassen als die Feindschaft seines europäischen Grenznachbars in Asien. Wenigstens schlägt die Petersburger Wjedomosti ein Abkommen zwischen der russischen und der englischen Regierung vor, wonach englische Schiffe in den Häfen des Schwarzen Meeres russisches Getreide für die hungernden Jndier holen sollen, wodurch beiden Reichen ein wertvoller Dienst geleistet würde. Und man spürt nichts davon, daß sich die englische Regierung durch die russischen Sympathien, die in ihrer unmittelbarsten Nähe, in einer Jndierversammlnng in London am 28. De­zember vorigen Jahres, laut gewordeu sind, besonders beuuruhigt fühlte. Die beiden Mächte werden finden, daß es thöricht wäre, einander durch Kriegs­drohungen und Kriege zu schwächen nud zu hindern, und daß es weit bequemer für sie ist, weuu sie sich über die Teilung des etwa noch vorhandnen Nestes der Erde in Frieden einigen; uud so werden sie fortfahren, in Ruhe zu verspeisen, was da kreucht, fleucht nnd schwimmt, den Salmen und den Hahnen. Bruder Michel aber sitzt dazwischen, als der umgekehrte Koblenzer Goethe: ein Weltkind