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Memoiren aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts
macht, vielleicht durch einfachen Abdruck der Notiz aus der Lodoims, — sorgen Sie, das; es noch in der nächsten Nnmmer (Mittwoch erscheinend) kömmt. Es wäre mir lieb wegen Berlin, wo wir doch auch Concert geben möchten. Mündlich mehr — Montag Abend im IIüwI äs ZZg-visrö —
UV. Den Hauptaussatz in der Lonswia haben wir leider verlegt — vielleicht schicken wir ihn noch. — Julcheu haben wir sehr Wohl angetroffen, die Kleine aber sehr schwächlich — Adieu!
Neilter ließ es sich angelegen sein, Schumanns Bitte zu erfüllen, und der Verleger der „Signale" kam ihm dabei bereitwillig entgegen, um die häßliche „Notiz" wieder in Vergessenheit zu bringen. Nr. 5 brachte eine besondre Nachricht über die Konzerte der Jenny Lind in Wien, worin es u. a. heißt: „Aller Herzen rührte sie bei ihrer Mitwirkung in dem letzten Schumannischen Konzert, wo sie einige Lieder unter so donnerndem Beifall vortrug, wie wir ihn noch nie gehört haben. Die Lind hat übrigens, ohne von Frau Schumann darum angesprochen worden zu sein, in ihrem Konzerte mitgewirkt, weil diese in Leipzig auch bei ihrem Konzert vor einigen Monaten spielte," und Nr. 6 berichtet: „Schumauns haben in Wien in ihrer Wohnung von ihren Freunden und näheren Bekannten am 15. Januar musikalisch Abschied genommen. Vaucrnfeld, Deinhardstein, Dessauer, Eicheudorf, Grillpcirzer, Hvven, Jansa, Jenny Lind, Stifter und überhaupt die Elite der Wiener Kunstnotabilitüten waren anwesend" usw.
Ob der Verdacht Schumanns begründet war, wird sich wohl weder nachweisen noch widerlegen lassen. Es genügt, daß er möglich war.
Leipzig G. Ivustinann
Memoiren aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts
er Dichter Lenau lebte seit 1832 alljährlich eine Zeit lang als Gast in der Familie von Reinbeck in Stuttgart uud wurde mit der gemütvollen, klugen und künstlerisch beanlagten Frau des Hauses, Emilie, innig befreundet. Von Stuttgart aus Verlobte er sich 1843 mit Marie Behreuds aus Frankfurt, die erst in unsern Tagen unverheiratet gestorben ist, und 1844 wurde Lenau im Neinbeckschen Hause zuerst vou Wahnsinn befallen. Jene Verlobung war ein übereilter Schritt; eine Heirat war kaum möglich, da auf keiner der beiden Seiten die Mittel vorhanden waren, die auf jeder von beideu iu Bezug auf die audre vorausgesetzt worden waren. Der Dichter wurde zunächst im Hanse der Freunde, dann in einer nahen Anstalt gepflegt und später nach dem Tode Emiliens 1847 auf Veranlassung seiner Familie in eine österreichische Irrenanstalt gebracht, wo er 1850 gestorben ist.