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Ein Doppelsieg des Fürsten Bismarck
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Gin Doppelsieg des Fürsten Bismarck

er Reichstag hat einmal wieder einengroßen Tag" gehabt, wie sie unter dem neuen Kurs recht selten geworden sind, einen großen Tag, fast wie damals, wenn Fürst Bismarck sprach. Am vorletzten Montag hat der Fürst nicht gesprochen, es ist vielmehr nur über ihn gesprochen worden, und doch war es ein großer Tag! Denn gewaltig, alle leiblich anwesenden Mitglieder des Bundesrats und des Reichs­tags weit überragend stand die Reckengestalt des Alten vom Sachsenwalde vor den geistigen Augen aller, und er feierte einen großen Triumph. Diesem Eindruck konnten sich auch die verbissensten Gegner nicht entziehen, obwohl ^ selbst ihm durch die Interpellation zu diesem Siege verhalfen. Was die Herren vom Zentrum sagten, war matt und farblos; denn Herr Lieber, der sich in Wiesbaden Ausfälle erlaubt hatte, die sein klügerer und taktvollerer Vorgänger Windthorst weder sich noch einem seiner in der Furcht des Herrn erzognen Gefvlgsmannen jemals gestattet haben würde, schon aus Klugheits- und Anstandsrücksichten, hatte offenbar die Anweisung erhalten, in zweiter ^inie zu bleiben, und was Richter und Liebknecht, xs,r nobils tiÄtruin, vor­brachten, das machtekeinen Eindruck," dennniemand nimmt sie für ernst." Darum Dank diesen wackern Männern, daß sie sich selber eine so gründliche Niederlage bereitet haben, denn die haben sie erlitten. Der wohlgemeinte Ersuch, sich als die besonders kvnigstreue Gefolgschaft schützend um den Thron öu scharen, um ihn gegen die rachsüchtigen Angriffe des gestürztenHäus­lers" zu decken, ist kläglich gescheitert. Schade nur, daß niemand Herrn Züchter, dessen Vaterfreude sich in diesen geistreichen Vergleich verliebt zu haben scheint, auf seine Geschichtskenntnisse hin geprüft und ihn gefragt hat, °b er nicht wisse, daß zu einemHausineier" immer auch eine Null als König gehörte, und ob jemals ein Hohenzollernkönig eine solche Null gewesen sei

Grenzboten IV 1896