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den fast allgemein falsche Anschauungen herrschen, nämlich auf die Satissaktionsfähigkeit. Im Reichstag ist, ohne Widerspruch zu finden, gesagt worden, daß höchstens ein Fünftel der Anwesenden satisfaktionsfähig sei; man scheint zu glauben, daß man dazu Offizier oder Reserveoffizier sein müsse. Nach dem vielgeschmähten Ehrbegriff des Offiziers ist aber jeder satisfaktionsfähig, der sich bezüglich des Ehrenschutzes auf denselben Standpunkt stellt wie er; welche soziale Stellung er einnimmt, ist dabei vollkommen gleichgiltig. Der Dienstmann, der von einem Offizier beleidigt wird und diesen fordert, ist ihm ein unbedingt satisfnktionsfähiger Gegner. Nur wer die bürgerlichen Ehrenrechte verloren hat oder durch ehrengerichtlichen Spruch aus dem Osfizierstaude eutferut ist, gilt als satisfaktiousunfähig.
Man sieht daraus: so unverständig und unzeitgemäß, wie man ihn vielfach hinzustellen beliebt, ist der Ehrbegriff des Offiziers nicht; es ist in hohem Grade bedauerlich, daß man das vielleicht in Osfizierkreisen am schärfsten verurteilte Karlsruher Verbrechen zum Atisfluß verkehrter Auschanungen zu stempeln versucht hat. -
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K. k. heraldische Gesellschaft „Adler." Wappenzeichnungen Hans Baldung Griens in Coburg. Ein Beitrag zur Biographie des oberrheinischen Meisters von Robert Stiaßny, Mit sechzehn Tafeln in Autotypie aus der Hof-Kunstanstalt C. Angerer u. Göschl. Wien, Karl GeroldS Sohn,
1895. t>4 S, Großoktav
Der große oberrheinische Maler Hans Baldung, genannt Grien, ein Jugendfreund Dürers vielleicht schon aus der Zeit, wo dieser auf seiner Wanderschaft in den Jahren 1490 bis 1494 die oberrheiuischeu Städte Basel, Straßburg usw. besuchte, ist von der neuern Kuustforschung wiederholt zum Gegenstande wertvoller Veröffentlichungen gemacht worden. Dem von M. Rosenberg publizirten Karlsruher Skizzenbuch uud der von G. v. Tsrey besorgten Ausgabe der Handzeichuuugeu schließt sich die vorliegende vortreffliche Monographie an, in der einundfünfzig „Scheibeu- risse" des Künstlers im herzoglichen Knpferstichkabinett auf der Feste Koburg, und außerdem — was der Titel nicht vermuten läßt — zehn im k. k. österreichische» Museum für Kunst und Industrie iu Wien und drei auf Schloß Seebarn in Niederösterreich aufbewahrte beschriebe», wissenschaftlich gewürdigt und teilweise in verkleinertem Maßstab autotypisch veröffentlicht werden. Die Kobnrger Zeichuuugeu siud iu weitem Kreisen schon durch die Münchner Ausstellung des Jahres 1876 bekannt geworden, doch schrieb man sie damals dem Künstler noch nicht zn, obwohl sie fast alle das Monogramm Baldnngs, allerdings meistens nicht von ihm selbst, sondern von einem spätern Besitzer, dem Straßburger Chronisten und Heraldiker Sebald Büheler (f 1595) geschrieben, aufweisen. Bisher sind nur einige der Blätter von Warnecke herausgegeben worden, während eine zweite, aber nur zwanzig Stück umfassende Sammlung solcher Wappeuskizzeu, die sich in der Albertina in Wien befindet, schon 1377 in der Zeitschrift desselben Vereins veröffentlicht worden ist. dem wir auch dieses Werk verdanken. Übrigens will Stiaßny keine vollständige Publikation der Serie geben, sondern nur eine Monographie mit Illustrationen. Die sechzehn seiner Abhandlung beigegebnen Tafeln, obwohl nur in Netz-