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Bibliophilie
Gleichgültigkeit, mit der in der Regel der Protestant — leider! — geneigt ist. eine übermäßige Milde in Glciubenssachen walten zu lassen. Diese thatsächlich in den meisten Fällen vorhandne beiderseitige Gleichgiltigkeit macht es begreiflich, daß gemischte Ehen möglich und jetzt ganz gewöhnlich sind.
, (Fortsetzung folgt)
MW
Bibliophile
von Arthur L. Iellinek
Freude am Sammeln ist so alt, wie die Freude am Besitz, sie reicht bis zn den Anfängen der menschlichen Kultur zurück. Das Bestreben, zu erwerben, das Erworbne zu bewahren, zu sichten, zu ordnen und zn vermehren, ist ein Grundzug in der Natur des Menschen. Verschiedne Zeiten haben verschiedues zum Gegenstande der Sammelleidenschaft gemacht. Der eine sammelt Natur- erzeuguisse, Pflanzen, Steine, Überreste aus frühern Erdperivdeu, der andre Erzeugnisse des Gewerbfleißes aus alter und neuer Zeit, ein dritter fahndet nach den Schöpfungen geistiger Kraft, nach Erinnerungszeichen an „führende Geister" der Menschheit, nach Gemälden, Kupferstichen, Büchern, Handschriften und Autographen.
Zu den frühesten Gegenstünden des Sammelns gehören die Bücher, als Vermittler der geistigen Arbeit, oft als Ergebnis der Forschung, als Inhalt des Wissens einer ganzen Zeitperiode. Schon das Altertum hat nicht nur öffentliche uud Privatbibliotheken in unserm Sinne, sondern auch leidenschastliche Sammler von gauz modernem Gepräge gekannt, wie jenen König von Pergamon, der das den Athenern entlehnte Exemplar der Handschrift, die die Dramen der drei großen griechischen Tragiker enthielt, seiner berühmten Bibliothek einverleibte uud dafür die nicht unbedeutende Summe von zehn Talenten, die er als Pfand hinterlegt hatte, verfallen ließ. In Rom haben der Diktator Sulla und später Asinius Pollio aus dem litterarischen Kreise, den Mäcenas um sich sammelte, mit großen Kosten reiche Büchereien angelegt, ebenso wie die Kaiser Angustus und Ulpian. Daß, als allgemeine Bildung und mit ihr die Freude au Büchern sich verbreitete, sich findige Köpse fanden, die diese Bücher möglichst wohlfeil zu erlangen trachteten, ist wahrscheinlich. Und thatsächlich zeichnet uns Martial in seinen Epigrammen das Bild des Schmarotzers, der den Autor, nicht anders als heute, um Freiexemplare angeht und den Schrecken aller Schriftsteller bildet. Für Liebhaber gab es auch damals besondere Luxus-