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Albert Dulk
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

an deren Schöpfungen die Teilnahme sich genau so weit erstreckt, als man der eigentümlichen Persönlichkeit, den bunten Schicksalen, den äußersten An­schauungen, ihres Urhebers nahe steht. Daß wenigstens diese geschichtliche Teilnahme möglich ist, ist ein nicht zu unterschätzendes Verdienst der pietät­vollen und vortrefflichen Zielschen Ausgabe von Dulks Dramen.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Preßsünden. Wenn man es zur Empfindungslosigkeit eines Gottes brächte, der die irdischen Ereignisse nur als Gnckkastenbilder zu seiner Unterhaltung be­schaute, so würde eiuem das Kunststück der Parteiprcsse, mitten im Zeitalter des Telegraphen uud der allgemeinen Schulbildung deu Lesern die wichtigsten und ge­waltigsten Thatsachen zu verbergen, ganz außerordcutliches Vergnügen bereiten. Wir haben Gelegenheit gehabt, dieses Kunststück unter der Regierung Crispis zu bewundern, von deren UnHaltbarkeit bis zum Sturze des unheilvollen Greises weder die Leser der Vossischen noch die der Post eine Ahnnng hatten, aber jetzt leistet ein großer Teil der allerbesten Presse in der Erzeugung künstlicher Blindheit noch großartigeres. Es giebt angesehne Zeitungen, deren Leser, wenn sie nicht zufällig manchmal einen Blick in andre Blätter werfen, bis ans den heutigen Tag noch keine Atmung von dem haben, was in Armenien geschehen ist. Blätter, die sich jede Antuuft einer Exzellenz in Homburg oder Schlnngenbad, jede Morithat in Posenmckel, jeden Überfall einer Postkutsche in Italien telcgrciphiren lassen, Blätter, die ein schweres Geld ausgeben für spaltenlange Telegramme über die neueste Dhuamitverschwöruug, mit der phantasievolle Geheimpolizisten dem Publikum gruselig macheu, die aber die Berichte des Ncichsboten uud der Frankfurter Zeitung über die armenischen Greuel noch mit keinem Worte erwähnt haben. Vor dem Kon- stantinopler Gemetzel, das schlechterdings nicht verheimlicht werden konnte, haben die Leser dieser Blatter nichts, rein nichts erfahren, als daß die Engländer in Armenien wühlten und Schnuermärcn über Grenelthaten verbreiteten, die dort angeblich verübt würden. Als dann, schon nach dem Blutbade von Koustautinopel, Versammlungen von Armenierfreunden in Berlin und Hamburg abgchältcu worden waren, da teilten diese musterhaften Berichterstatter ihren Lesern nur mit, daß wehleidige, empfindsame Seelen erlognen Zeilimgsberichrcn Glauben geschenkt hätten und so einfaltig wären, einen politisch sehr gefährliche» Eutrüstungsrummel zu ver­anstalten. Die Darstellung eines Türken in der Norddeutschen Allgemeinen ist in diesen Blättern natürlich wörtlich abgedruckt worden, uicht aber die Antwort des Ncichsboten und der Frankfurter Zeituug. Diese nennt den Türkenartikeleinen unverschämten Versuch, eine mit einer Fülle von Einzelheiten versehne Tarstellung eines Augenzeugen durch einige nichtssagende Redensarten zu widerlegen." Auf die Behauptung des Türken aber, derdeutsche Pfarrer" habe in Anatolien nur Missionsanstalten besucht uud dort seiufamoses Material ausschließlich" gefunden, erwidert der Neichsbote:Bekanntlich hat Dr. Lepsius seine Artikel größtenteils