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Elisabeth Charlotte als Philosophin
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Leipziger pasauillanten des achtzehnten Jahrhunderts

wie Calvin, und wie es die Vertreter der modernen Wissenschaft seit Hegel wieder sind. Nehmen wir den Unglauben der französischen Gesellschaft hinzu, in der sie lebte, so müssen wir bekennen, daß der Sache nach weder Rousseau, Voltaire und die Encyklopädisten noch die deutschen Philosophen etwas neues verkündigt haben; sie haben nur die bereits feststehende Ansicht der Gebildeten teils in wissenschaftliche Formen gebracht, teils im Volke verbreitet. In Frank­reich bestand der Unterschied zwischen der Zeit Ludwigs XIV. und der Zeit Ludwigs XV. darin, daß mau unter diesem auch drucken lassen durfte, was unter jenem bloß gesprächsweise zu äußern erlaubt war.

Leipziger pasquillanten des achtzehnten Jahrhunderts

(Fortsetzung)

ins der interessantesten Pasquille auf Leipzig, namentlich auf seiue damaligen Uuiversitätszustände, verbirgt sich unter einem Titel, unter dem niemand dergleichen sucht, weshalb es auch selbst genauern Kennern der stadtgeschichtlichen Litteratur Leipzigs meist unbekannt ist; es sind das die im Jahre 1795 erschienenen Wanderungen und Krcuzzüge durch einen Teil Deutschlands von Anselmns Rabiosus dem Jüugeru." Die Schrift besteht aus zwei Teilen, einem größeru nnd einem kleinern. Der Titel paßt eigentlich nur auf den ersten, grvßern Teil (270 S. 8"). Dieser enthält Schilderungen aus einer ganzen Reihe deutscher Städte, namentlich Universitätsstädte, in denen sich der Verfasser längere oder kürzere Zeit aufgehalten hat, wie Nürnberg, Erlangen, Bam- berg, Cobnrg, Erfurt, Jena, Halle, Dessau, Leipzig, Meißen und Dresden; der größte Abschnitt, fast die Hälfte (S. 141 bis 270) ist Dresden gewidmet. Der ganze zweite Teil aber behandelt ausschließlich die Leipziger Universität, namentlich die Studentenschaft, und giebt besonders von den Kreisen, die wir heute alsgelehrtes Proletariat" bezeichnen, und die wir gewöhnlich geneigt siud sür eine Erscheinung der jüngsten Zeit zu halten, ein Bild, das grauenvoll ist, und das, wenn auch manches darin übertrieben sein mag und vereinzelte Vorkommnisse verallgemeinert sein mögen, doch zeigt, daß dasge­lehrte Proletariat" damals viel größer war und in viel jämmerlichern nnd unwürdigern Zustünden lebte als heute. Freilich mag es in Sachsen und in Leipzig besonders schlimm gewesen sein.Wer sich einen Begriff davon machen