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Ein unbequemer Konservativer
frage ihre Aufmerksamkeit schenkte, bisher ist das nur sehr wenig geschehen. Deshalb haben wir hier die Gelegenheit wahrgenommen, weitere Kreise auf diese Übelstände hinzulenken, die sich bisher der Öffentlichkeit völlig entzogen haben.
Doch wir wollen nicht länger bei ihrer Betrachtung verweilen, sonst könnten diese kurzen Andeutungen leicht zu einem Aufsatze werden, der nicht die Rechtlosigkeit der Irren, sondern der Irrenarzte zum Gegenstände hätte. Wir kehren daher zum Schluß noch einmal kurz zu unserm Ausgangspunkte zurück. Wenn wir auch manchen Vorschlägen und Behauptungen Erlenmeyers entgegentreten mußten, so enthält seine Arbeit doch so viel Material und so viele beachtenswerte, ja vortreffliche Ratschläge, daß sie allen, denen die Förderung unsers Jrrenwesens am Herzen liegt, warm empfohlen werden kann. Jedenfalls ist sie das Beste, was bisher zur Jrrenfrage veröffentlicht worden ist.
Ein unbequemer Konservativer
(Schluß)
ie zweite Schrift, über das Sinken der Grundrente und dessen mögliche Folgen, ist ein sehr schludrig gearbeitetes Ding und enthält teils Wiederholungen, teils Ergänzungen des in dem größeren Buche gesagten. 33 Seiten werden mit Tabellen ausgefüllt, die einem 1893 erschienenen Güteradreßbuch der Provinz Pommern entnommen sind. Meyer glaubt, daß 62 adliche Latifuudienbefitzer, 62 wohlhabende Adliche und 35 reiche Bürgerliche samt den Domänen und dem Korperationsgrundbesitz, die zusammeu 1114 Güter und beinahe 706009 Hektar haben, durch Ausnutzung der Krisis ihren Besitz vergrößern werden, daß 159 Besitzer, meistens Adliche, mit 782 Gütern und 463431 Hektaren, von der Krisis nichts zu fürchten haben, daß es bei 1194 meistens bürgerlichen Gutsbesitzern mit 1476 Gütern und 783000 Hektaren zweifelhaft ist, wie sie die Krise überstehen werden, uud daß unter den übrigen 1200 Gutsbesitzern die 1500 Güter und fast 800000 Hektar besitzen, „manche sind, die die Krisis nicht überstehen dürften." Dieser ganze Tabellen- und Berechnnngs- apparat ist völlig wertlos. Daß die Latifundien größer werden, wenn sich die kleinern Rittergutsbesitzer nicht mehr halten können, ist allerdings richtig; denn der Satz, daß der kapitalistische Betrieb das Gut desto mehr der Unsicherheit aussetzt, je größer es ist, gilt natürlich nur für das einzelne Landgut, nicht für das Latifundium, weil großer Reichtum den Besitzer über den Wechsel