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Ernst Curtius
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Zur Litteraturgeschichte

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dann seine Freunde. Sie könnten für seinen eignen Wert zeugen, wenn es nötig wäre. Trcitschke war jünger als er. politisch energischer gerichtet, streit­haft und auch sonst sehr verschieden von Curtius. Beide Männer waren aber eins in der Liebe zum Wahren nnd zum Schönen. Sie standen einander seit vielen Jahren innerlich sehr nahe. Nnn sind sie, der Greis und der Mann in der Vollkraft seiner Jahre, getrennt durch kurze Frist hinübergegangen in das unbekannte Land, beide in dem festen Glanben, daß ihr Leben wohl sür die hier zurückgebliebnen Angehörigen, aber nicht für sie selbst ein Ende gefunden hat. Wer wird nicht um sie trauern, wer sich nicht mit uns freuen, daß wir sie gehabt haben!

Zur Litteraturgeschichte

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ie deutsche Litteraturgeschichte in der Schule gehört zu deu Kampf­gegenständen, über die sich die streitenden Lehrer nicht zu einigen wissen. Während von der einen Seite die zum Teil berechtigte Anklage erschallt, daß die üblich gewordnen Übersichten der deutscheu Litteraturgeschichte das Hirn der Schüler mit Namen und Titeln füllten, mit denen sich kein lebendiger Eindruck verbinde, zu frühreifen und kecken Urteilen Anlaß gäben und alle lebendige Teilnahme nn den poetischen Schöpfungen der Nationallitteratur im Keime zerstörten, auch daß dem viel wichtigern Lesen klassischer Werke kostbare Zeit entzogen werde, wird auf der andern Seite, wo man die Litteraturgeschichte der Schule erhalten möchte, geltend gemacht, daß die Entwicklung gezeigt und gegeben werden müsse, da sonst der Schiller am Schlnß seiner Lernzeit der deutschen Litteratur, dem köstlichsten Vermächtnis der Borfahren, dem höchsten Gute der Nation, ver­ständnislos gegenüberstehe. Es wird immer auf die persönliche Erfassung, die Art des Betriebs ankommen, ob die Litteraturgeschichte im Gymnasium und in der „höhern" Mädchenschule zum Segen oder zum Nachteil gereicht, ob sie den geschichtlichen Sinn neben dem ästhetischen entwickelt oder den ästhetischen gefährdet, ob sie Gennßfrendigkcit weckt oder ertötet. In diesem Sinne sagt Gotthold Klee mit Recht: „Ein Primaner, der beim Verlassen des Gym­nasiums, nachdem er Nibelungen und Walther, Lessing, Goethe und Schiller gelesen und hoffentlich lieben gelernt hat, diese großen Erscheinungen nicht auch in ihrem historischen Zusammenhang einigermaßen zu begreifen und zu würdigen wüßte, der keine Ahnung von dem Entwicklungsgänge der deutschen