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Deutschland auf der Pariser Weltausstellung 1900
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Deutschland auf der pariser Weltausstellung MO

ns deutsche Reich hat seine Beteiligung an der Pariser Welt­ausstellung von 1900 zugesagt. Die handelspolitischen Rück­sichten haben dabei wohl nicht die erste Rolle gespielt, die Politik im engern Sinne, die sogenannte hohe Politik, ließ keine Wahl, und die verbündeten deutschen Regierungen mit dem deutschen Kaiser an der Spitze haben recht gethan, der Friedfertigkeit der deutschen Politik dieses Opfer zu bringen. Denn ein Opfer ist und bleibt die Teilnahme des deutschen Reichs au dieser neuen nationalen Festvorstelluug iu Frankreich, wie mau die Sache auch drehen und wenden mag.

Völlig ausgeschlossen ist es zunächst, daß sich durch die deutsche Beteiligung "uch mir das geringste an der feindseligen Stimmung der französischen oder der Pariser Bevölkerung zum bessern kehren werde; jn nicht einmal das Gegen­teil ist ausgeschlossen. Es gehört eine Selbstverleugnung ohnegleichen dazu, daß wir dem Weltfrieden zuliebe bei dieser Ausstellung erscheiuen, währeud es nach mehr als einem Vierteljahrhundert iu gauz Frankreich noch kein Staats­mann, keine politische Körperschaft, keine Zeitung wagen darf, den Frankfurter "Neden als dauernde Ordnung der Dinge anzuerkennen, ohne des Verrats ge- gleheu zu werden, während vielmehr die französische Negierung und das fran- svsische Volk dem eignen Nationalstolz die unerhörtesten Demütigungen ab- s^uigt, um nur die Vnndesgenosscnschaften zu gewinnen, die den Bruch jenes 6'Nedcus ermöglichen, während endlich auch nicht der geringste Zweifel besteht, ^ß die Franzosen auch diese Gelegenheit ausnutzen werden, um Deutschland draußen Feinde zu schaffen und selbst deutsche Neichsaugehörige für Bestrebungen s>i gewinnen, die wir schlechthin als Landesverrat bezeichnen müssen. Bei jedem Schritt, bei jedem Wort wird mau sich diese Sachlage vor Angen halten "'üssen, der Kaiser und die übrigen Fürsten sowohl wie der kleinste deutsche Aussteller. Es wird ein Fest gefeiert von Leuten, die bis an die Zähne in Waffen starreu; wir gehen zu Gaste bei einem, den nur unsre bis zur Un- ertrnglichkeit gesteigerte militärische Schlagfertigkeit abhält, zum Vernichtnngs- ampfe über uns herzufallen. Da ist bei aller Höflichkeit die kühlste Zurück­haltung geboten, und es wäre tief zu beklagen, wenn durch überwallende Liebens­würdigkeit und Herzlichkeit sich irgend ein Deutscher eine Niederlage znzöge. ^>r bedauern diese Sachlage aufrichtig der vielen gemeinsamen Interessen