Englands Aottenrüstungen
von Bruno lveyer^)
ls Mr. Goschen, der Erste Lord der englischen Admiralität, im März dieses Jahres dem Parlament die Marineforderung vorlegte, 46 neue Schiffe und Fahrzeuge in Bau zu nehmen, das Flottenpersonal um 4900 Köpfe zu vermehren, eine Anzahl neuer Docks und Hafenbauten in England, Gibraltar, Kapstadt und Mauritius und mehrere Kasernen und Ausbildungsschulen nuzulegeu, die Deckoffiziergehalte aufzubessern und sonstige ueue Ausgaben mehr zn bewilligen, °a wurde nicht nur alles ohne einen Abstrich bewilligt, sondern es wurden sogar Stimmen laut, die beklagten, daß die Regierung nicht uoch mehr Schiffe klänge. Erst als daran erinnert wurde, daß noch 48 Schiffe im Ban seien, Mit den neu bewilligten also sich nicht weniger als 94 Schiffe und Fahrzeuge Arbeit befinden würden, ließ man sich beschwichtigen. Diese neueste Flottenverstärkung ist nur einer jeuer Riesenschritte, mit denen England schon seit einer Reihe von Jahren planmäßig dem vorgesteckten Ziele der Unübcrwindlichkeit zustrebt, wie folgender Rückblick zeigeu wird.
Eude der siebziger Jahre begann sich in Frankreich und gegen Mitte der achtziger Jahre auch in Nußland eine stetige Zunahme im Kriegsschiffbau bemerkbar zu machen. In England, wo man nach alter Gewohnheit seine Flotten- starke nur nach der des nachbarlichen Rivalen jenseits des Kanals geregelt hatte und zwar so, daß man diesem an Zahl der Schiffe immer überlegen blieb, tauchte bei der deutlichen Hinneigung Frankreichs zu Nußland allmählich der Gedanke 6uf, daß sich die französische und russische Flotte einmal gegen die britische ver- kuugcn tonnte. Fachmännische Autoritäten verglichen die beiderseitigen Streitlüste und wiesen darauf hin, daß das Juselreich gefährdet sei, denn seine Flotte
*) Knpitnnleutimnt a, D, Grmzbolcn II I8S6
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