Der englische ?oetcd I^ure^ws
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Menar gezeichnet — überhaupt die erste genügende kartographische Darstellung des mittelalterlichen Livlcmd ist und die bisherigen Vorstellungen mehrfach ergänzt und berichtigt. Als Ganzes macht das Werk durch echt geschichtliche Auffassung, wie durch Darstellung und Ausstattung einen sehr guteu Eindruck. Einzelheiten zu erörtern hat für die Deutscheu im Reiche keinen Zweck. Wir können das Werk aus einem doppelten Grunde nur warm empfehlen: für den historisch und politisch besonders interessirten Leser findet sich in der Geschichte Livlands eine Fülle von bedeutsamen Ereignissen und Gedanken, und wem bei geschichtlicher Lektüre mehr an der Mannichfaltigkeit des Stoffes, an Originalität der Zustände und raschem Wechsel der Ereignisse liegt, findet hier ebenfalls seine Rechnung.
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von Ernst Groth
an kann nicht behaupten, daß sich die englische Gesellschaft jemals durch feines litterarisches Urteil ausgezeichnet hätte. Fast jeder große englische Schriftsteller hat mit der Gleichgiltigkeit, Verbohrt- heit und Engherzigkeit der oberen Gesellschaftsschichten zn kämpfen gehabt. Sich ein eigenes Urteil über litterarische und künstlerische Fragen zu bilden, gehört auch nicht zu den Aufgaben des IiiAll-liiL. Wo sollte bei den meisten englischen Aristokraten die Ruhe uud Verinnerlichnng herkommen, die zur Bildung des Urteils und Geschmacks notwendig sind! Der Sport mit seiuen bis zur Lächerlichkeit gehenden Übertreibungen, das politische Leben mit seinem Krämergeist und seiner Jnteressenwirtschaft, der gesellschaftliche Firlefanz, der die Geistlvsigkeit durch alberne Formalitäten zu verdecken sucht, und nicht zum mindesten das stumpfsinnig betriebne Reisen — alle diese notwendigen Lebenszwecke des englischen Aristokraten lassen weder Raum noch Verständnis für die litterarischen nnd künstlerischen Leistungen der Zeit. Der Kritiker Mntthew Arnold hat daher nicht Unrecht, wenn er den englischen Mittelstand Philister und die Aristokratie Barbaren nennt.
Diese Unfähigkeit der maßgebenden Kreise, über litterarische Fragen ein richtiges Urteil zu fällen, hat sich in der letzten Zeit wieder einmal schlagend offenbart, als es sich darum handelte, für den verstorbnen posw iNiresaws Alfred Tennyson einen Nachfolger zu wählen. Mehr als drei Jahre ließ man verstreichen, ehe man sich zur endgiltigen Wahl entschloß. Lord Rosebery