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Großvater
In den letzten Jahrzehnten sind bisweilen außerordentlich mühevolle und künstliche Umarbeitungen älterer Bühnenwerke unternommen worden. Man denke an die Wiederaufnahme von Webers „Silvana," wo Ernst Pasquö zu deu einzelnen Nummern des Komponisten ein ausführliches, uagelnenes Zauber- märcheu hinzugedichtet hat, oder an die Neueinrichtung des Hayduschen „Apothekers" (1^0 Lp6?iÄ«z), wo die drei Akte der Eiseustadter Handschrift iu einen einzigen zusammengezogen worden sind. Auch solche Ausgrabungen sind nuter Umstünden erfolgreich. In einigen Fällen scheint man sreilich zuviel Arbeit an undankbare und unrettbare Dinge verschwendet zu haben. Ein lohnendes Gebiet dürften gewisse Operetten von Gluck sein. Als vor einigen Jahren auf der Dresdner Hvfbühne der „Betrogne Kadi," musterhaft vorbereitet, aufgeführt wurde, war man allseitig aufs angenehmste überrascht. Wien sah bei der Enthüllung des Denkmals der Kaiserin Maria Theresia ein Glucksches Schäferspiel „Die Maienkönigin," das Max Kalbeck frei nach Favart bearbeitet hatte. Auch dieses Stück wirkte höchst anmutig. Übrigens harren auch noch die großen Hauptwerke Glucks, obgleich unvergessen, einer glücklich neuerudeu Hand. Es wäre zu wünschen, daß hier einmal größere Fortschritte sichtbar würden. So wie von Richard Wagner seinerzeit die „Jphigenie in Aulis" durch einen neuen Schluß vervollkommnet worden ist, müßte auch für die übrigem Reformopern des Meisters, namentlich für „Aleeste," etwas neues geschehen, wenu auch vielleicht in maßvollerer und minder durchgreifender Weise. Ob dann endlich auch wieder Cherubinis „Lodoiska" auss Theater kommen und die Textdichtung zur „Elisci" umgearbeitet werden wird? Wir wollens hoffen.
Großvater
Lin norwegischer Roman
n der Reihe der neuern norwegischen Erzähler, die neben den französischen und russischen die Ehre haben, von unsern Jüngsten als mnflergiltig angestaunt zu werden, zeichnet sich Jonas Lie, der Verfasser der Romane „Ein Malstrom," „Der Lotse und sein Weib," „Hof Gilje," durch zwei sehr bemerkenswerte Eigenschaften ans. Er ist kaum weniger Tendcnzschriftsteller, als die Herren Björnson, Kielland, Hamsun nnd andre, er haßt Schweden und die Schweden mit herzlichem Normaunenhaß, er sieht in allen Mensche» und Verhältnissen, die mit den alten dänischen Überlieferungen des Landes oder der Union mit Schweden zusammenhängen, die Keime zum Bösen und zum Verderben, er vertritt die realistische Bildung gegenüber der humauistischeu als das einzige Heil; aber er hat dabei die