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An Bord von S. M. S. Brandenburg
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Die erste Liebe

15 Tonnen, der ein kleines Geschütz aufnehmen kann, und es war interessant, zu sehen, wie das geschah. Noch während der Fahrt begann sich einer der riesigen eisernen Ladebäume um den Fockmast, der am Ende vier Ketten mit starken Haken trug, langsam zu senken, während schon die Maschine der seitwärts am Vordeck steuerbord in denDavits" hängenden Barkasse geheizt wurde. Als das Schiff gegen 11 Uhr an seinem alten Ankerplatze hielt und wieder an der Boie festlag, kamen jene Ketten herunter, und die Haken wurden am Bord der Barkasse ein­gehakt; dann hob der Baum das ganze Boot mit seiner Bemannuug aus seiner Lage, schwang es nach außen und senkte es auf die Wasserfläche nieder. Kanin waren die Haken losgemacht, so setzte sich die Schraube in Bewegung, nnd das Fahrzeug schoß dem Lcmde zu. Dann kam das Boot des Präses der Schiffs- prüfuugskommission heran, um ihn abzuholen, das Fallreep senkte sich; darauf trat die Wache ins Gewehr, und auch der Kommandant ging an Land. Erst mehrere Stunden nachher verließ ich den gastlichen Kreis der Offiziere und die Brandenburg."

Was die Prüfung der Maschinen auf dieser sechsundzwanzigstüudigen Fahrt, fast immer unter Volldampf, ergeben hat, habe ich damals nicht erfahren. Aber eins war mir unvergeßlich eingeprägt. Ein Schiff derart ist wie eine Welt für sich, ein Triumph menschlicher und vaterländischer Technik, mit all ihren Hilfsmitteln aufs scharfsinnigste gebaut und ausgestattet, eine Znsammenfassung physischer, geistiger und moralischer Macht, wie nichts sonst auf der Welt, ein verderbendrohendes, flammen­speiendes Ungeheuer für den Feind, eine starke Schutzwehr für unser Reich, wenn eiserne Herzen hinter den eisernen Panzern schlagen.

Leipzig Gtto Raemmel

Die erste Liebe

von Lharlotte Niese

n einem Hänschen, das etwas außerhalb der kleinen Stadt lag, wohnten der Baron nnd die Baronin Navenstein. Der Baron war ein älterer, zierlich gewachsener Herr mit stark gefärbtem Schnur­bart und sehr artigem Auftreten; die Barvuiu mochte etwa zwanzig Jahre jünger sein als ihr Mann nnd konnte oft noch etwas sehr jugendliches in ihrem Wesen haben. Sie war gutmütig nnd frisch, hatte Freude an Witzen und lustigen Geschichten, nnd die Leute sagten, sie sei viel klüger als der Baron und laugweile sich mit ihm. Ob diese Behauptung richtig war, konute aber niemand mit Sicherheit nachweisen. Jedenfalls lebte das Ehe­paar in vollständiger Einigkeit neben einander hin, und wenn der Baron sehr regelmäßig dreimal täglich ins Wirtshaus, aber niemals mit seiner Frau spazieren ging oder sich sonst mit ihr öffentlich zeigte, so kam das einfach daher, daß er keine Zeit für sie und sie keine für ihu hatte. Das war vou jeher so gewesen. Der Baron saß entweder in der Weinstube oder schrieb au einem Buche über Schuß­waffen, das er schon seit Jahren in Arbeit hatte; die Baronin malte, kochte, nähte, strickte, rauchte Cigarre», pflegte arme Leute, kurz, sie that alles, was eiue Frau