243
eilauftg .m freundschaftlichen Verkehr erfahren, bohren sich ein und wirken UMu mehr gegen ihn, als eine lange Rede eines Gegners in der Sitzung, ^cci, °ns wird sich schon machen lassen, erwiderte Herr Bierman. ich werde »uch dieser Tage einmal darum kümmern.
^hun is.e das, Herr Bierman, aber hübsch vorsichtig. Ich kann nicht ^"he vorgehen, ich bin seit Monaten hier und kann jetzt nicht nachträglich m Dresden Besuche machen. Aber noch eins, Sie werden ja ?,? ^ andre Einladung annehmen. Wollen Sie diese Gastsreund-
Ichnst vielleicht hier mit einem Herreudiner oder so etwas erwidern? Da könnte ich dann auch dabei seiu. Die Herren sehen dann Vanrile durch die Atmosphäre, mit der wir ihn umgeben haben, und das wird dem „Meisterwerke" mcht förderlich sein, das sie zu beurteilen haben: Menschen sind Menschen.
(Fortsetzung folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Hausagrarier und Genvsseuschaften. Die Welt ist ein wunderlich Ding, alle Dinge in der Welt sind wunderlich, aber das wunderlichste von allen ist von jeher die Rechtspflege gewesen, und uusrc moderne deutsche Justiz weiß deu Ruhm höchster Wunderlichkeit mit stcmuenswertem Erfolge zu behaupten. Sie destillirt aus der Spitzmarke: „Gnade, wem Gnade gebührt," eine Majestätsbeleidiguug uud aus eiuem Gedankenstrich ein andres Verbrechen — wir haben vergessen, welches — heraus und bringt den Thäter so schrecklicher Dinge ins Gefängnis, aber den Berliner Bcmschmindler, der die Handiverker Jahr für Jahr um Millionen betrügt und sogar die Krankenkassengclder der Arbeiter veruntreut, vermag sie nicht zu fassen. Haben da die Gesetzgeber deu dummen Einfall gehabt, Laiengerichte einzusetzen, Gewerbegerichte, die ohne allen juristischen Verstand täppisch zugegriffen uud gesagt haben: O, das ist ganz einfach; die Strohmänner, die keinen Pfennig Geld in der Tasche haben, die kümmern uns nicht; wir fassen die Herren, die hinter ihnen stehen, die die Rente ziehen von den unbezahlten Häusern! Aber glücklicherweise haben die dummen Gesetzgeber noch soviel Ehrfurcht vor der akademischen Justitia gehabt, daß sie die Berufung von den Gewerbegerichten an einen gelehrten Gerichtshof zulassen, nnd der hat zu den Handwerkern und Arbeitern gesagt: Na, das wäre was schöues! Nee, Kinder, ihr kriegt nichts! Warum seid ihr so dumm und habt die Arbeit angenommen! Warum seid ihr so dumm, sagt der Laicnverstand den Börsenspielern, die hineingefallen sind; der Juristenverstand sagt es zu Handwerkern nnd Gesellen, die nicht gespielt, sondern gearbeitet haben, bei denen es geheißen hat: Friß Vogel, oder stirb! Nimm Arbeit an, oder verdirb! Der Laienverstand meint, das sei doch so einfach wie möglich, daß eine zwar abgelieferte, aber noch nicht bezahlte Ware, solange sie noch nicht bezahlt ist, dem Verkäufer gehört, mit doppeltem Rechte gehört, wenn der Verkäufer zugleich ihr Schöpfer ist, daß demnach ein auf die moderne Weise gebautes Haus (bei der alt-