Beitrag 
Unser Aschenbrödel
Seite
213
Einzelbild herunterladen
 

Zur Hilfslehrerfrage in Preuße» 213

kreises einzuengen.Uferlos" ist ein ganz schiefer Begriff, denn auch das große Weltmeer ist nicht ohne Ufer, man sieht sie nur nicht überall. Und nicht nur einzelne Menschen, auch Völker wachsen mit ihren höhern Zwecken. Das deutsche Volk oder richtiger gesagt: die deutscheu Steuerzahler sind heute viel reicher als vor fünfundzwanzig Jahren, sie können also jetzt zur Erhal­tung und Stärkung der Volkskraft auch für die Flotte ganz andre Mittel auf­bringen, wenn sie nur wollen. Znr Stärkung des Wollens ist freilich Er­kenntnis nötig; das übrige findet sich dann.

Möchten doch unsre Volksvertreter bald einsehen, wie gut sich das Geld verzinse» kann, das im Ausbau einer starken Flotte angelegt wird. Man ver­gesse auch nicht, daß mit jedem Kriegsschiffe, das gebaut wird, viele deutsche Arbeiter Brot bekommen; das Geld bleibt im Lande und kann nicht in exo­tischen Werten verspielt werden! Soll denn England für alle Zeiten allein die Weltherrschaft in Erbpacht haben? Ist esuferlos," wenn wir Deutscheu znm eignen Nutzen unser gutes Recht im Weltverkehr auch auf den Länder verbiudeudeu Seewegeu und an allen Ufern des Weltmeeres wahren wollen?

Hamburg Georg lvislicenus

Zur Hilfslehrerfrage in Preußen

chon bei der Einreichnng des Normaletats für höhere Schulen im Jahre 1863 hat die preußische Regierung den Satz aufge­stellt, die künftige Gleichstellung in der Besoldung der Gym- nasialdirektoren und Gymnasiallehrer mit den Besoldungen der Direktoren und Nichter erster Instanz rechtfertige sich dadurch, daß beiderseits die Beteiligten Universitütsstudien gemacht haben müssen, sowie durch die iu jeder Beziehung gleiche amtliche und soziale Stellnng. Fast drei Jahrzehnte sind ins Land gegangen, bis die hier vertretne Auffassung durch das graue Nebelmeer der Theorie auf den festen Boden der Praxis gelangt ist. Die Verhaltnisse des höhern Lehrerstandes in dieser ganzen Zeit werden nur besten durch die Thatsache beleuchtet, daß im Jahre 1890 au den Landtag eine Petition von höhern Lehrern eingereicht wurde, des Inhalts, sie möchten wenigstens deu Subalternbeamten der Justiz gleichgestellt werden. Erst der Normnletat von 1892 bezeichnet anch in der Praxis einen erfreulichen Fort­schritt in der äußeru Stellung der Lehrerschaft; die durchgreifende Umgestal­tung der Bcsvldnngs-, Rang- und Titclfmge wurde aber erst durch die eigenste Entschließung des Monarchen herbeigeführt. Das wird der höhere Lehrer­stand ihm nie vergesse»! Vonseiten der Negierung war die Einführung des