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lichcn Charakter angenommen. Wird der Auswurf jetzt mikroskopisch untersucht, so zeigt sich, daß er die Krankheitserreger, die Bazillen in reichlichem Maße enthält. Woher aber dieser plötzliche Wechsel in den Krankheitscrscheinungen? Daher, daß die durch die Ansiedlung der Bazillen anfangs wenig, später mehr veränderte Schleimhaut endlich anfängt, die durch den Stoffwechsel der Bazillen erzeugten Gifte, die früher durch die Flimmerbewegung der Schleimhautzellen oder durch Husten aus der Lunge entfernt oder in noch zu geringer Menge erzeugt wurden, um überhaupt wahrnehmbare Krankheitssymptome zu verursachen, nunmehr aufzusaugen und durch die feinsten Blut- und Lymphgefäße in den Kreislauf und in sämtliche Organe des Körpers einzuführen. Damit ist die früher rein örtliche Krankheit zu einer allgemeinen geworden, und ihre Gefahr sowie ihre verderbliche Wirkung auf den ganzen Körper außerordentlich gewachsen. Der Kranke befindet sich jetzt in einer doppelt unglücklichen Lage: die Stoffwechselprodukte der Bazillen vergiften seine Säfte und schwächen die Widerstandskraft seiner Gewebe gegen die Angriffe der Bazillen; diese entwickeln sich rascher, zahlreicher und kräftiger, zerstören immer mehr gesundes Gewebe und erzeugen dadurch ihrerseits immer größere Mengen von Gift, das seinerseits wieder in den Organismus aufgenommen dessen Lebensenergie immer mehr herabsetzt.
(Schlich folgt)
Die (Lmser Legende
enn Bebel immer wieder (noch am 10. Dezember 1895) die Meinung vertritt: die wahre Emser Depesche war der Friede, die gefälschte Depesche der Krieg, und wenn man in den Historisch-politischen Blättern für das katholische Deutschland (116, 4) wieder einmal die ruchlose „Fälschung" der Emser Depesche an den Pranger gestellt findet, so ist man geneigt, diese Dinge auf sich beruhen zu lassen, weil man sich sagt: Mögen auch mit Bebel Millionen diese Auffassung für wahr halten, mag auch die genannte Zeitschrift die verhältnismäßig am wissenschaftlichsten gehaltne ultramontane Zeitschrift sein, sie wollen eben doch in diesem Falle die Wahrheit nicht sehen, und da ist ihnen nicht zu helfen.
So einfach aber ist die Sache doch nicht. Wer die landläufige Darstellung der Zeitungen und Schulbücher im Sinne hat und das köstliche Lied „König Wilhelm saß ganz heiter" für buchstäbliche Wahrheit hält, der würde arg in