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Die Börsenkrisis : 1. Die Nebenkrisen
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9ie Börsenkrisis

z. Die Nebenkrisen

n den letzten beiden Oktoberwochen ist an allen großen Börsen Europas ein Kursrückgang eingetreten, der sich im November verschärfte und am 9. dieses Monats zu einem vollständigen Krach ausartete, wie einst auch am 9. Mai 1873, dem ebenfalls einigeschwache" Börsenwochen voraufgegangen warein Diese Krisis hat bisher Newhork und die andern amerikanischen Börsen noch nicht ergriffen, dagegen tritt ein neuer Ort in ihr auf, der 1873 noch keine Rolle spielte, Konstantinopel, Bon dort ging der Anstoß zu den Krise» in Pest und Wien aus, da diese beiden Plätze im Orient geschäftlich bedeutend beteiligt sind. Auf Berlin wirkte die Ansteckung von Wien und Paris gleich­zeitig, doch nicht gleichmäßig. Es dürfte das Beste sein, zunächst die westliche und östliche Krisis zu schildern, um dann die uns näher angehende mittel­europäische eingehender zu schildern, die uns als die Hauptkrisis erscheint.

Der Sitz des Übels ist in Österreich-Ungarn. Dort ist die Krisis seit vier Jahren vorbereitet und seit drei Jahren latent. Sie war berechenbar und ist vorausgesagt worden, wie die aus dem Herbst 1873, von der Karl Marx am 24. Januar 1873 im Nachwort zur zweiten Anflage seinesKapitals" schrieb: Die allgemeine Krise ist wieder im Anmarsch," obwohl die jetzige Krisis ganz andrer Natur ist als die vor zweiundzwauzig Jahre». Jetzt ist sie eine reine Spekulationskrisis, die a»f die Produktion natürlich auch schädigend wirkt; damals hatten wir eine Überprvdnktionskrisis, die die Börse in Mitleidenschaft zog. Damals waren in kurzer Zeit mehr Fabriken, Bahnen nnd andre Unter­nehmungen geschaffen worden, als der Bedarf erforderte; sie konnten nicht vollständig ausgenntzt werden, ihre Rentabilität sank tiefer, als ihrem Kurs­niveau entsprach, und beide glichen sich plötzlich aus. Ähnliches ist in kleinein Maßstabe diesmal nur in Ungarn eine Mitursache der Krisis, die in Europa drei verschiedne Erscheinungen zeigt.

Frankreich und England erzeugen oder beziehen ans auswärtigen Kapital­anlagen erfahrmigsmäßig alljährlich bedeutend mehr Kapital, als ihre Be-