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Wandlungen des Ich im Zeitenstrome : 9. Ein idyllisches Ruheplätzchen
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Unsre Volksfeste

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beistandeu, und während ich früher niemals eine Morgenstunde den Büchern entzogen hatte, brachte ich jetzt gewöhnlich schvn des Morgens einige Zeit mit allerlei Tändelei im Garten zu und wandelte immer gleich nach den. Auf­stehen ein Viertclstündchen darin umher, auch im Winter, wo mich die Sterne fesselten, deren Stellung am Morgenhimmel ich bis dahin noch niemals beob­achtet hatte.

Weniger schön als draußen wars im Häuschen. Da ich große Räume gewohnt war, so beängstigte mich die Kleinheit der Zellen. Und sie konnten nicht einmal alle drei gehörig ausgenutzt werden, weil meiu Klimperkasten nicht die Wendeltreppe hinaufging. An die Stelle des gefälligen Negierungs- baumeisters, der in Liegnitz jederzeit jeden meiner Wünsche erfüllt hatte, war ein andrer gekommen, der mir immer den Satz entgegenhielt: Jsts schon hundert Jahre so gegangen, so wirds wohl auch noch länger so gehen. Endlich aber überwand ich seinen Widerstand, die neue Treppe wurde angelegt, und nachdem anch die alten Öfen und Schornsteine, die uus mit Rauch und giftigen Gasen umzubringen drohten, iu Ordnung gebracht waren, konnten wir ein paar Jahre recht behaglich lebeu.

(Fortsetzung folgt)

Unsre Volksfeste

von ll>. Rolfs (in München)

Gemeinsame Feste sind des Volkes wert­vollste Kleinodien, und ihre Beförderung und Läuterung ist eine ernsthafte Aufgabe des Volks­lehrers und Staatsmanns, der Beruf jedes wahren Menschenfreundes. Montanus

as Volksfest ist die poetische Blüte im Leben des Volkes. Was die Kunst auf dem Gebiete aller sinnlich schöpferischen Thätigkeit, das ist das Fest im edeln Sinne des Wortes für das gesellige Leben der Völker; sein Ideal ist der höchste und kräftigste Aus­druck der Lebensfreude und Lebenskraft im Dasein der Gesamtheit. Und wie^die Freude in energischem Zusammenfassen alle guten Eigenschaften eines nationalen Charakters hervortreten läßt, so ist das echte Volksfest ein Spiegelbild der gesamten nationalen Kraft eines Volkes. Hierauf beruht sein Wesen nnd sein Wert. Ganz ähnlich nun aber, wie die Kunst als das Zu­sammenfassen der höchsten, geistig uud sinnlich gestaltenden Kräfte eines Volkes