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Zur Kenntnis der englischen Weltpolitik : 8. Rußland gegen England am Hindukusch und in Afghanistan
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Zur Kenntnis der englischen Weltpolitik

». Rußland gegen England am l)indukufch und in Afghanistan

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er auf einer Kurte von Vorderasien die Entwicklung dieses merk­würdigste» und spannendsten Problems der asiatischen Politik verfolgt, den erinnert es an das Zusammenziehen der Heere vor einer Entscheidungsschlacht. Langsam und mit vielen Unter­brechungen sind sie herangerückt, endlich stehen sie auf einem engen Felde, das von der einen Seite gesucht uud der andern aufgedrungen worden ist. Sie stehen einander so nahe gegenüber, daß ein Ausweichen gar nicht mehr denkbar ist. Dieses Feld ist Afghanistan, wohin Rußland den Kampfplatz verlegt hat, der früher in Persien gesucht wurde. Je mehr die britisch-rnssischen Gegensätze im Gebiet des Hindnkusch Gestalt gewonnen haben, umso mehr trat Persien zur Seite und Afghanistan als Durchgangsland für Frieden und Krieg in den Vordergrund. Der Konflikt wanderte ostwärts, dem Herzen Indiens zu. England mußte seinem Gegner ans dieses nähere nnd gefährlichere Gebiet folgen, wenn auch widerwillig, und arbeitet nun mit aller Macht darauf hin, Afghanistan uuter seinen Einfluß zu bringen, ohne es doch militärisch besetzen zu müssen. Was man als thatsächlich nnter die Herrschaft des in Kabul residirenden Emirs fallend ansehen kann, ist nicht größer als Deutschland und hat etwa vier Millionen Einwohner. Das ist ein für asia­tische Verhältnisse enges Gebiet. Aber immer noch streben beide Mächte dahin, es weiter zu verengern uud von allen Seiten zn nmfasfen. Endlich müssen sie notwendig anfeinandertreffen. Die Aufrichtungeiner starken, freundlichen uud unabhängigen Macht in Afghanistan als einer dauernden Schranke gegen Angriffe auf unsre Nordwestgreuze" war das Ziel der englischen Politik seit den Nieder­lagen seiner ersten übereilten Kriegszüge. Sie fand aber von Anfang nn Schwierig-

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