Beitrag 
Der erste Beste : Erzählung : (Fortsetzung). 18
Seite
237
Einzelbild herunterladen
 

Der erste Beste

Erzählung von Otto velbe.I' (Fortsetzung)

18

ehn Minuten später kam Scholz leichtfüßig und mit dem un­bekümmertsten Gesicht vvn der Welt die Stufen der Terrasse hercmfgesprungcn. Die Hände iu den Taschen seiner Sammet­joppe stellte er sich vor Frau Sternfeldt hin.

Wie wärs. Majestät, wenn wir ein bischen Musik machten? Die bocciaspielende Jugend da drüben hat schon geworben. Sie kommeu mir gleich nach.

Mir ist es rächt, natürlich. Wo haben Sie dann aber Ihre Fran, Schvlzchen?

Sie läßt sich einstweilen entschuldigen. Sie hat noch ein klein bischen zu thun.

Na, das bischen möcht ich mir doch einmal etwas näher betrachten, sagte die Hausfrau mit einem ziemlich ungnädigen Blick auf deu jungen Maun, indem sie sich erhob.

Scholz hatte, während er sprach, blitzschnell aus dem Augenwinkel nach Margarete gespäht, die wohlbehütet zwischen Frau Stallbohm und Frau Hnrder saß. Ihr zartes Gesicht hatte seine natürliche Farbe wiedergewonnen.° Sie schien sich eifrig zu unterhalten; ihn bemerkte sie jedenfalls nicht. FriK ging mit dem Malchiner Postdirektvr raucheud auf und ab.

Die Gesellschaft versammelte sich jetzt im Musikzimmer; auch Margarete mnßte mit, da nur die Skatspieler zur Erledigung der letzten Partie auf ihrem Fleck sitzen blieben. Die Hausfrau verschwaud auf kurze Zeit, um für etwelche Atzung" zu sorgcu und nach Martha Scholz zu sehen.

Inzwischen verteilten sich die Zuhörer auf Sesselu und Divans. Nach­dem die jungen Mädchen eine Reihe Lasseuschcr Seutimeutalitätcu und andrer moderner Niedlichkeiten verübt hatten, schlug Scholz ein Heft auf, wonach er während dessen eifrig gesucht hatte: Schumanns Dichterliebe.

Sie begleiten mich wohl auch, sagte er zu Hans, der noch am Klavier saß. Der Flügel steht hier so dumm, man müßte beinahe vom Publikum wegsingen, wenn man selber- also hier, bitte. Ich singe auswendig.