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Die Genossenschaft Pan und die allermodernste Kunst
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Die Genossenschaft pan und die allermodernste Kunst

von Aonrad Lange

ls im Sommer vorigen Jahres die Nachricht durch die Tages­blätter ging, es solle eine Kunstgenossenschaft gegründet werden mit der besondern Aufgabe, eine vornehme und unabhängige Kunstzeitschrift herauszugeben, bemächtigte sich aller wahren Kunst­liebhaber freudige Erregung. Einumfassendes Organ für Kunst, das nicht geschäftlichem Vorteile, nicht dem Geschmacke des großen Publikums, nicht irgend einer künstlerischen Sonderströmung dienen, sondern lediglich den Zweck haben sollte, ein ungetrübtes und vollständiges Bild der kunstschaffenden Kräfte unsrer Zeit, sowie einen Überblick über verwandte Bestrebungen früherer Zeiten zu geben," das war es ja gerade, was wir brauchten. Wie oft hatte man nicht die Erfahrung gemacht, daß ein gewöhnliches buchhäudlerisches Unter­nehmen zu sehr von dem Tagesgeschmack eines ästhetisch vielleicht nicht ganz kompetenten Publikums abhängig ist, um ein wirklich objektives und um­fassendes Bild der modernen Kunst zu bieten! Da galt es endlich einmal eine Zeitschrift den leidigen geschäftlichen Rücksichten, die ein Verleger nehmen muß, zu entziehen und ganz in den Dienst der künstlerischen Interessen zu stellen. Und das einzige Mittel dazu schien die Gründung einer Genossenschaft, die als einzige Herausgeberin und Besitzerin der Zeitschrift auch allein einen Einfluß auf ihre Redaktion ausüben durfte. Eine solche Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht ist denn auch unter dem NamenPan" am 19. Juni 1894 in das Register des königlichen Amtsgerichts I in Berlin eingetragen worden.

Bis zum 15. Mürz 1895 hatten sich schon etwa 300 Mitglieder dazu gemeldet, zum geringern Teile Künstler uud Schriftsteller, zum größern wohl­habende Kunstfreunde. Durch Zeichnung von Anteilen in der Höhe von min­destens 100, höchstens 10000 Mark hatten sie ein Kapital von 100000 Mark zusammengebracht, wodurch das Erscheinen der Zeitschrift auf mindestens drei Jahre hinaus gesichert war. Einladungen zum Beitritt waren nur in be­schränkter Zahl erfolgt. Ich verdanke es persönlichen Beziehungen, vielleicht auch gelegentlichen wohlwollenden Äußerungen, die ich über diemoderne