Beitrag 
Der erste Beste : (Fortsetzung). 5
Seite
426
Einzelbild herunterladen
 

Der erste Beste

Lrzählung von Vtto Verbeck (Fortsetzung) 5

n Mcilchin am Bahnhof stand die Kutsche mit den beiden Füchsen. Krischan, der Rosselenker, saß stramm mit steil auf­gerichteter Peitsche und wartete. Seine blaueu Augen traten ordentlich hervor, wie er da so schräg von der Seite guckte, als jetzt Fritz mit Margarete am Arm, vom Koffertrüger begleitet, herankam. Schnell nahm er die Peitsche in die linke Hand, zog den Hut und lächelte mit seelenvergnügtem Grinsen aus ledernen Falten und grauen Bartstoppeln seinem Herrn entgegen.

Tag, Krischan, du ollen Kirl, nickte Fritz ihm freundlich zu. Kik, dat is mine Fru.

Krischan grinste noch ausdrucksvoller.

Und während sie einstiegen und das Gepäck aufgeladen wurde: Warum is min Brauder nich mitkamen, Krischan?

Hei her keen Tid, antwortete der Alte, sich wie ein Schraubenzieher auf seinem Bock herumdrehend, in den Wagen hinunter, mit geheimnisvollem Augenrollen. Hei mutt für de Äwerraschung sorgen, seggt hei.

I, de Deuwelslirl! rief Fritz laut auflachend. Na, denn man tau!

Die Füchse zogen an, und fort rollte der Wagen in die leise sinkende Abenddämmerung hinein. Fritz wandte sich zn seiner Frau.

Sitzest du auch gut, mein Herz? fragte er mit zärtlichem Lächeln. Kühl ist dir doch nicht? — Damit zog er die große, weiche Decke besser über ihre Kniee herauf. — Einstweilen gehts ja noch, aber wir haben über eine Stunde zu fahren; ehe wir ankommen, ist es beinahe dunkel. Wir hätten deine Jacke haußen behalten sollen. Aber halt, hier — er zog ein Plaid aus den Falten des zurückgeschlagnen Verdecks, in die er aufs Geratewohl hiueiu- gegriffen hatte —, das hat jedenfalls Hans mitgegeben. Da haben wir also was für nachher. Gott, Kind — er nahm die Hand seiner stillen Gefährtin —, ich freue mich so unmenschlich aufs Nachhausekommen! Am liebsten wäre ich ja gleich mit dir nach dem alten Nest gefahren; Hochzeitsreisen sind gar nicht nach meinem Sinn. Aber da war so allerlei noch zu thun — na, nun sind wir ja so weit.