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Moderne Opern :
(Schluß)
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HZ

Moderne Gpern

von paill Moos (Schluß)

mso mehr müssen alle, denen das Wohl der deutschen Musik am Herzen liegt, Engelbert Hnmperdinck danken, daß er gerade zur rechten Zeit mit seinem Märchenspiel Hansel und Gretel hervor­getreten ist. Hat er auch kein in sich gleichwertiges Werk ge­schaffen, so führt er doch den Beweis, daß die deutsche Musik überall da noch im Vordertreffen steht, wo es sich um Reinheit, Adel und Tiefe der Ideen handelt.

Den Text hat des Komponisten Schwester, Frau Adelheid Wette, her­gestelltgedichtet" kann man beim besten Willen nicht sagen. Frau Wette ist Dilettantin und wird es wohl selbst ablehnen, als Textdichterin großen Stils gelten zu wollen. Es ist ihr uicht geglückt, etwas von dem Duft und der Poesie des Volksmärchens in ihr Buch herüberzuretten. Auch ist nicht recht einzusehen, warum sie die Handlung und die Charaktere teilweise ihrer ursprünglichen Herbheit entkleidet und mehr oder weniger verflacht hat. Doch sei dem, wie ihm wolle, Frau Wette hat jedenfalls mit der Wahl des Stoffes einen guten Griff gethan und verdient unsern Dank schon dafür, daß sie durch ihr Textbuch den Komponisten überhaupt in den Stand gesetzt hat, seine schöne Musik zu schreiben.

Gleich der Anfang des Vorspiels läßt keinen Zweifel, mit wem man es zu thun hat. Der Adel des Klanges, die Reinheit der harmonischen Struktur, die Innigkeit des melodischen Flusses und der fast übergroße Reichtum an vornehmen Einzelheiten offenbaren dem Hörer, der von den Italienern her­kommt, sofort eine bessere musikalische Welt. Hier ist Maß und Ziel und künstlerischer Wohllaut. Das ganze Vorspiel ist ein ausgezeichnetes Musik­stück, kernig, klar und gesund. Aber es schöpft seine Vorzüge nicht etwa aus einer Anlehnung an Wagner, o nein. Gerade dadurch ist es Humperdinck ge­lungen, etwas Selbständiges und Erfreuliches zu schaffen, daß er den Mut und die Kraft gehabt hat, sich von Wagner freizumachen und nach Aus- druckssormen und einem Inhalte zu greifen, die allein einer frischen Erfindung