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Stumme des Himmels
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Stumme des Himmels

tuimne des Himmels sind nach Jean Paul Menschen, denen nicht wie Goethe von einem Gott gegeben ward, zu sagen, was sie leiden. Da nun Goethe in demselben Maße alle andern an poetischer Kraft überragte, wie er ihnen an jener Gottesgabe überlegen war, so sollte man meinen, daß jene sogenannten Himmelsstummen ihren Namen daher haben müßten, daß sie von der Gabe der Poesie entweder nichts oder doch nur äußerst wenig abbekommen hätten. Nach dem neuesten Roman Friedrich Spielhagens aber, der eben diesen Titel trägt, ist das nicht der Fall. Einer in ihm gegebnen Definition zufolge sind es Leute, dieeigentlich Poeten sind, denen, eben weil sie stumm sind und sich von der Qual des ewigen Brütens über eine Welt, die ewig ungeschaffen bleibt, nicht lösen können," das Leben zu unsäglichem Elend wird.

Nach meinem Dafürhalten hätte Spielhagen, um nicht mit Goethe in Widerspruch zu geraten, seinem Roman ein andres Aushängeschild geben müssen. Freilich,Problematische Naturen" drauf zu schreiben, das würde nicht an­gegangen sein, weil er diesen Titel schon für seinen ersten Roman vor mehr als dreißig Jahren verbraucht hat. Aber worauf es ankommt, das ist, daß er paßt wie für denselben Wein dieselbe Etikette. Es sind alte, liebe Lieder, die Spielhagen vortrügt. Niemand kann über seinen eignen Schatten hinweg­springen. Wie es derselbe Gustav Freytag ist in denFabiern" und den Jourualisteu," in denAhnen" und inSoll und Haben," von derselben Haut umspannt, aus der er nicht herauskann, trotz all ihrer Ausdehnungs­fähigkeit, so wenig kann Spielhagen aus der seineu! Es ist nicht vielen ge­geben, ein großer Dichter zu sein, aber etwas mehr Abwechslung könnte man schon bringen, ohne gleich für einen gehalten zu werden.Stnmme des Himmels" sind in der That nur eine weitere Auflage derProblematischen Naturen," nichts andres.

Die Geschichte beginnt in Norderney. Er, der Baron Nandow aus Hinterpommern, hat sich dorthin begeben, um sich von einem gewissen, aus absoluter Leerheit bestehenden Etwas zu kuriren, das seinem Gemüte anhastet wie der Kuh das Gebresten, wenn sie Wind gefangen hat. Lange, eigentlich immer schon, hat er es mit sich herumgeschleppt, nur daß er es anfangs nicht