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Aus der Geschichte der deutschen Studentensprache
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Am Stammtisch

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scheinen könnte, haben wir es ganz sicher mit einer durchaus neuen Erschei­nung zu thuu, wenn seit dem Ende des siebzehnten Jahrhunderts Französeleien in der Studentensprache aufkommen. Wo alles der französischen Mode zu huldigen anfing, da hat sich auch der Student seinen Wichsier und Kneipier und nach Renommage und Blamage die Spendage, Schifsage, Kleidage ge­leistet, ziemlich jung scheinen Bildungen wie pechös und schauderös zu sein.

Damit schließt die Reihe der cmfnehmenden Perioden, die das deutsche Studententum bis jetzt erlebt hat, und zum erstenmale tritt nun eine Zeit ein, wo die Studentensprache an die Gemeinsprache mitzuteilen beginnt. Da wären Namen wie Bürger, Schubart, Lenz, dazu Lessing und vor allen auch Goethe zu uenuen, der nicht nur später mit seinen geselligen Lieder» an stu­dentisches angeknüpft, sondern auch schon in der Götz- und Wertherzeit als einer der ersten z. B. das Wort Philister in dem allgemeinen Sinne gebraucht hat, den wir jetzt damit verbinden; und manche Leipziger Studentenerinnerung wird in der Szene in Anerbachs Keller stecken. Renommist und Mucker, Skandal und Lappalien, Gassenhauer, burschikos, slorireu uud prellen sind, um nur einige Beispiele zu nennen, Eigentum der Schriftsprache geworden, andre, wie Kneipe, fidel und ledern, foppen und mogeln, picheln und verjubeln, auch Jux und stibitzen gehören heute der all­gemeinen burschikosen Umgangssprache an. Von Leipzig und Göttingen, Halle und Jena, wo die Studentensprache im achtzehnten Jahrhundert namentlich geblüht hat, ist dieser Einfluß in der Hauptsache ausgegangen, und im Laufe unsers Jahrhunderts ist er immer größer geworden, je mehr die Universität die bildungsfähige und bildungsdurstige Jugend in ihren Bann gezogen hat.

Leipzig Rudolf !vusimann

Am Stammtisch

a zum Donnerwetter, Kellner, ist denn Ihre Uhr ebenso schlaf­mützig wie —

Wie Sie — wollte er sagen; er hatte aber gerade in der letzten Zeit mit dem Zivil so manche unerfreuliche Wahrnehmung geinacht und „Mißverständnisse" erlebt, und so trat er einen Rückzug an mit einem knurrenden: Wie — es scheint. Ja, wie es scheint, geht sie nach, aber umso wunderbarer, daß noch immer keiner von den Herren da ist!

Der „Oberkellner" znckte vorschriftsmäßig entschuldigend die Achselu uud