Die deutschen Kunstausstellungen des Jahres ^39^!
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100000 als Staatsfeinde bekämpfen, mit anderthalb Millionen handelt man gemeinsam. Die „fröhliche Kunst" ist uns gepredigt worden. Wann kommen die Tage der ?oMea, die nur für Besessene und Schreckhafte übermenschliche Züge trägt?
Die deutschen Kunstausstellungen des Jahres ^89^
von Adolf Rosenberg
enn der Berichterstatter, dem die Grenzboten die Pflicht auferlegt haben, aus den Kunstausstellungen des nun zur Neige gehenden Jahres die Summe des von ihnen gebrachten Nutzens zu ziehen, erst jetzt seine Verpflichtung zu erfüllen sucht, so hat das seinen triftigen Grund. In einer Zeit, die sich nur durch Erfolge und durch Zahlen imponiren läßt, wollte er erst einiges statistische Material sammeln, ehe er sich ein Bild von dem machte, was denn eigentlich bei den Kunstansstellungen dieses Jahres an idealem und realem Gewinn sür die deutsche Kunst herausgekommen ist. Es war gerade in diesem Jahre ein besonders heißer Streit, ciu Kampf beinahe um Sein oder Nichtsein, und mancher, der dieses Wettrennen der Kuust mit auf dem Gewissen hat, ist mit leerem Kopf und leerem Beutel abgefahren. Die ausländischen Kunstausstellungen — die beiden Pariser, den in Antwerpen inszenirten Schwindel einer Weltausstellung und die Jubiläumsausstellung der Wiener Künstlerschaft — lassen wir dabei unberücksichtigt. Nur beiläufig fei bemerkt, daß die Wiener Ausstellung einen bessern Erfolg verdient hätte, statt mit einem Fehlbetrag von mehr als zehntausend Gulden abzuschließen. Es scheint wirklich, als ob das Zeitalter des Verkehrs, iu dem wir leben, auch die Kunst beherrschte und je nachdem belebend oder niederdrückend auf sie einwirkte. Wien ist trotz oder wegen des lebhaften Verkehrs nach dem Orient mehr und mehr eine Durchgaugs- stativn geworden, in der sich der Fremde nur so lange aufhält, als ihm die Pause zwischen dem einen und dem andern Schnellzuge Zeit läßt. Man hat gewissermaßen die Empfindung, als ob sich an Wien eine lange Vernachlässigung rächte, als ob die Hauptstadt der österreichischen Monarchie den Anschluß an die Hanptströmung unsrer Zeit verpaßt hätte. Das Kunstleben Berlins lag in argen Nöten, als Wien durch seine großen Monumentalbauten zuerst edle Kunstwerke mit dem Verkehrsbedürfnis einer Maffenbevölkerung in Einklang brachte. Berlin hat eine solche radikale Umwälzung seines Stadtbildes später versucht. Es hat dabei allerdings nicht eine so imposante Leistung