Litteratur
Erinnerungen aus den Knaben- und Jünglingsjahren eines alten Thüringers. Leipzig, Fr. Wilhelm Grunow, 1894
Die „Erinnerungen eines alten Thüringers" gehören ohne Frage zu den liebenswürdigsten Aufzeichnungen dieser Art. Ein vortrefflicher Gelehrter (der längst verstorbne Gymnasialdirektor Professor Georg Scholer in Erfurt) hat diese Bilder aus seinen Knaben- und Jünglingsjahren, die iu die beiden ersten Jahrzehnte unsers Jahrhunderts fielen, für die Seinigeu in glücklicher Stimmung niedergeschrieben: „Anklänge cm meine frühern Kindheitsjahre tönen in sanftern, durch Welterfahruugeu geklärten Akkorden fort." Ländlichen Ursprungs, hat der alte Thüringer alle charakteristischen Neigungen seiner Laudslente, namentlich die für die Vogelstellerei geteilt; seine Schilderungen vom Vogelherde, unter andern die des verhängnisreichen Oktober- Morgens von 1806, wo in die Waldstille herein der Kcmoueudouner des Gefechts von Saalfeld dröhnte, seine Erzählungen von Wald- und Dorfabentenern, seine Bilder von dem kleinen Fürstenhofhalt iu Rudolstadt uud Schloß Schwarzburg, endlich seine Gymnasinlerinuerungen bringen nns eine Zeit, die nun fast schon ein Jahrhundert hinter uns liegt, höchst lebendig vor Augen. Das ganze Büchlein ist schlicht und doch nicht ohne eigentümlichen Reiz geschrieben, das goldne Licht, das aus der Seele eines zufriednen und deshalb glücklichen Menschen über sie hinstrahlt, erhebt sie zu fast poetischer Wirkung.
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Der Grundsatz, daß sich der Freigesinnte vor allem durch rüpelhaftes Sichhinwegsetzen über die Umgangsformen der gebildeten Gesellschaft hervorthun müsse, hat nun die parlamentarische Weihe erhalten. Sieben Schwaben — nein, Sozialdemvkraten, haben durch heldenmütiges Sitzenbleiben beim Hoch auf den Kaiser dem monarchischen Prinzip einen töllichen Streich versetzt; früher würde man gesagt haben, sie hätten cirschlings gegen das Kaisertum Protest eingelegt. Ob sich dies jemals wieder erholen wird, bleibt die Frage. Das dringendste 'st jedoch, daß die kühne That Brutus Singers und der Seinen, das Fähnlein der sieben Achtaufrechten, durch ein Heldenlied auf die Nachwelt gebracht werde. Verfügt denn die Partei über keinen Poeten? Der leichtern Verbreitung halber könnte der Singersang sich an "gend ein populäres Lied anlehnen, z.B. an Holteis „Mantellied":
Wo die Fetzen runterhangen,
Sind die Nähte aufgegangen. Oder besser noch an das „Heckerlied" von 1848:
Singer, der als internationaler Manu
Für' die Freiheit sitzenbleiben kann.
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t die manchmal an Knauserei grenzt, Während sonst in Preußen eiue Sparsamwt / ' °^ „^.sen, nämlich bei den Pru- an ein r Ste^ geradezu Zum F-ns °r h«lauMw ' ^ ^
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