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Die Lehrerinnenfrage in Preußen :
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Unsre Theaterkritik

bildeten Lehrer dasselbe wie die akademisch gebildeten, dann sind diese ganz überflüssig, oder die akademisch gebildeten sind für den Unterricht nnentbchrlich, wie der Ministerialerlaß meint, dann ist es selbstverständlich, daß sie ihrem Bildungsgange entsprechend auch für sich stehen. Den Mittelschullehrern aber alle Rechte ohue erhöhte Pflichten und ohne ein wissenschaftliches Examen zu geben, ist eine Ungerechtigkeit gegen die Lehrerinnen wie gegen die akademisch gebildeten Lehrer.

Hoffentlich werden sie nun zu der Überzeugung gekommen sein, daß es nicht gut ist, die beständig gegen sie gerichteten Angriffe vornehm zu ignoriren, sondern daß es sür sie notwendig ist, sich ihrer Haut zu wehren und das Gebiet, das sie sich erarbeitet haben, mit allen Kräften zu verteidigen. Die Lehrerinnen haben ihren großen Verein, in dem sie ohne Rücksicht auf andre ihre Sonder- interesfen verfechten, die Mittelschullehrer desgleichen; beide haben ihre Ziele erreicht. Es wird hohe Zeit, daß sich die akademisch gebildeten Lehrer mich zusammenthun, um ihren Wünschen und Ansprüchen Nachdruck zu geben. Das Feld räumen, wie einige Philologen thun wollen und schon gethan haben, und die höhere Mädcheuschule ganz den Lehrerinnen und den seminaristisch ge­bildeten Lehrern überlassen, wäre ein schlechtes Zeichen für die Sache, die sie verfechten.

Unsre Theaterkritik

eber die Theaterkritik wird jetzt in Deutschland meist nur ver­ächtlich gesprochen, sowohl von den Künstlern wie vom Publikum. Aber mit Unrecht; denn sie ist, was sie unter den gegebnen Ver­hältnissen sein kann. Berühmte Namen findet man zwar unter ihren Vertreter» fast keine, die paar, die wir hatten, sind der neuen Richtung gegenüber allmählich zurückgetreten, aber dafür auch kaum be­rüchtigte, an denen früher kein Mangel war. Die Zeiten sind vorbei, wo die Autoren oft einer einzigen Zeitung förmlich ausgeliefert waren und die Künstler den Kritikern manchmal nach einer bestimmten Taxe Steuer entrichten mußten. Mit der sittlichen Verkommenheit im Bühnenwesen hat, das kann bestimmt behauptet werden, die Kritik im ganzen nichts zu schaffen, und wenn heute der Antrag erginge, den letzten Rest der Künstlerknechtschaft, die persönliche Vorstellung bei den maßgebenden Zeitungen, abzuschaffen und statt ihrer die einfache Übersendung der Visitenkarte durch die Post einzuführen, aus den Kreisen der Kritiker würde dagegen gewiß kein Widerspruch erhoben werden;