Lin echter Sozialaristokrat
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und Fülle vorhanden ist, und nach allen Seiten für den Hausfrauenberuf tüchtig zu machen, der doch den meisten Mädchen beschieden sein wird. Kommt so, wie sichs gebührt, die häusliche Arbeit wieder zu Ehren, dann ist für die soziale Wohlfahrt des weiblichen Geschlechts, ja unsers ganzen Volks schon viel erreicht.
Leipzig A. Blumstengel
Gin echter Sozialaristokrat
er Überschrift: Revolution oder Reform sind wir in den letzten Jahren öfter begegnet, haben aber dahinter gewöhnlich nur Gemeinplätze gefunden. Das Buch des Geheimen Negierungsrcits C. von Massow aber, das soeben unter dem Titel: Reform oder Revolution bei Otto Liebmann in Berlin erschienen ist, muß nicht bloß eine bedeutende litterarische Erscheinung, sondern eine politische That genannt werden. Der Verfasser ist vierzehn Jahre Landrat gewesen, ein Landrat, wie der alte Vincke Oberpräsident war; er hat Land und Leute seines Kreises gründlich kennen gelernt, die Dorfschulen fleißig besucht, mit den Kindern in und außer der Schule geredet, sich um alles bekümmert. Er hat als Mitglied der Internationalen Kommission für Schutzpflege und Vorsitzender des Zentralvorstands deutscher Arbeiterkolonien das Volkselend und seine Ursachen, sowie die bisherigen Versuche seiner Bekämpfung nicht aus Büchern, sondern unmittelbar kennen gelernt. Er glüht von Liebe fürs deutsche Vaterland und für unser Volk, nicht fürs Volk in Äd8t,ra.oto, sondern für alle seine lebendigen Glieder, auch für die „prächtigen Jungen mit den treuen Augen," die man nach einigen Jahren als Lumpen wiederzufinden pflegt. Er redet seinen Standesgenossen mit flammenden Prophetenworten ins Gewissen, und er entwirft einen wohlgefügten, großartigen Reformplan mit der Sachkenntnis des hohen Beamten, der das ganze Getriebe der Staatsverwaltung durchschaut. Zudem hält sein Buch den Leser durch fesselnde Darstellung bis zu Ende gefangen und überschüttet ihn mit einer Fülle überraschender Wahrheiten, die ein hochgebildeter Geist aus reicher Lebenserfahrung geschöpft hat. Die herrschenden Klassen wüßten rein von Gott verlassen sein, wenn sie dieses Buch stumpfsinnig unbeachtet ließen oder sich scheu daran vorbeidrückten. Von den Grenzbotenlesern nehmen wir an, daß sie es sämtlich teils schon gelesen haben, teils noch lesen werden, verzichten daher auf Inhaltsangabe wie auf eine Auswahl schöner Kraftstellen, und beschränken uns darauf, die Punkte anzugeben, in denen wir mit Mnssow übereinstimmen oder von ihm abweichen.